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07.09.2002
Rechtsanwalt will sich in Politik einmischen - Schillpartei-Mitglied Enrico Komning kandidiert für den Landtag

Neubrandenburg (sim). Ein wenig enttäuscht zeigte sich Landtagskandidat Enrico Komning (Partei Rechtsstaatlicher Offensive) über die Resonanz der Wahlveranstaltung in der Gaststätte "Casablanca". Es waren mehr Parteimitglieder als Gäste gekommen. Nach Ansicht des 34-jährigen Rechtsanwalts ist die geringe Teilnahme Ausdruck der Politik- und Politikerverdrossenheit. Gerade deshalb trete die Schillpartei an, man wolle die Bürger wachrütteln und sich als Alternative präsentieren. Die "Etablierten" lösten die riesigen Probleme nicht, die Wirtschaft befinde sich im Keller.
Komning hatte sich im Oktober 2001 entschlossen, erstmalig einer Partei beizutreten und unmittelbar in die Politik einzugreifen. Er ist Direktkandidat im Neubrandenburger Wahlkreis 2 und steht auf dem neunten Rang der Listenplatzkandidatur.

Ehrenamtliche Arbeit

Der Familienvater war eigenen Angaben zufolge bereits in den vergangenen Jahren ein "politisch interessierter Mensch". Er ist Mitglied der Wirtschaftsjunioren bei der Industrie- und Handelskammer sowie des Altherrenverbandes einer Greifswalder Studentenverbindung (Burschenschaft), die auf Themen wie Hochschulpolitik Einfluss nimmt. Zudem gehört Komning dem Bund der Steuerzahler an, arbeitet dort im Verwaltungsrat des Landesverbandes. "Insbesondere die Verschwendung öffentlicher Gelder stellt eine beklagenswerte Misere dar." In der eigenen Partei ist er stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Ortsverbandes und Mitglied des Landesvorstandes.

Ein Abbau der Arbeitslosigkeit sei vorrangig dadurch zu erreichen, dass die Stadt und die Region um Neubrandenburg zu einem touristischen Zentrum ausgebaut werden, das nicht nur Zwischenstation für Ostseereisende sein dürfe, sagte Komning. Er sprach sich für die Prüfung des öffentlichen Dienstes auf Wirtschaftlichkeit und Dienstleistungsorientiertheit aus. Wichtig seien die Aufstockung des überlasteten Justizapparates sowie beschleunigte Ermittlungs- und Strafverfahren, um eine tatnahe Verurteilung gewährleisten zu können.
Etwa zwei Stunden diskutierten die Parteimitglieder mit ihren Gästen im "Casablanca". Danach war Komning auf den Neubrandenburger Straßen unterwegs, um weitere Wahlplakate anzubringen.

Nordkurier-Neubrandenburg

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