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04.09.2003
Toter vom Fischerfest gibt Polizei Rätsel auf

Greifswald In Greifswald hält sich seit dem Fischerfest ein Gerücht hartnäckig. Vor allem unter Jugendlichen hört man, dass der 21-Jährige, der am Sonntag, dem 20. Juli, um 3.51 Uhr in der Ladebower Chaussee von einem Audi überrollt wurde, bereits vorher tot gewesen sein soll. Auch wird sogar von einem rechtsradikalen Hintergrund gesprochen.

OZ befragte dazu Axel Falkenberg, Sprecher der Polizeidirektion Anklam, um Klarheit zu bekommen. Er sagte, dass die rechtsmedizinischen Untersuchungen ergeben hätten, dass der junge Mann infolge des Überrollens durch das Fahrzeug zweifelsfrei gestorben ist. Es sei nach wie vor völlig unklar, wie er auf die Straße gekommen ist. Gerüchte, dies sei seiner Trunkenheit zuzuschreiben, werden durch die bisherigen polizeilichen Ermittlungen nicht bestätigt. Der Alkoholwert im Blut, der beim Toten unmittelbar nach Todeseintritt ermittelt wurde, lag bei 1,2 Promille. Im Urin wurde allerdings ein höherer Wert festgestellt.

Der Fahrer des Autos, das den 21-Jährigen überrollt hat, hüllt sich hartnäckig in Schweigen, so Falkenberg. Es handelt sich dabei um einen 27-jährigen Mann aus Stralsund. Er konnte unmittelbar nach der Tat von der Polizei ermittelt werden. Auch bei ihm wurde ein Alkoholwert von 0,67 Promille ermittelt. Der Beifahrer, der mit im Fahrzeug gesessen hat, macht nur insofern Angaben, dass er nichts gesehen und bemerkt haben will.

Mittlerweile hat die Polizei herausbekommen, dass es etwa ein bis eineinhalb Stunden vor dem Tod des 21-jährigen Greifswalders zwischen ihm und einer anderen männlichen Person in einem Festzelt auf dem Fischerfestgelände eine tätliche Auseinandersetzung gegeben hat. Dabei erlitt der Verstorbene einen Schlag ins Gesicht und infolge dessen eine Platzwunde am Kopf. Beides, so wurde von der Rechtsmedizin nachgewiesen, sei nicht die Todesursache. Beweise für einen rechtsradikalen Hintergrund, wie sie zurzeit in Greifswald diskutiert werden, gibt es keine.

Falkenberg spricht von sehr komplizierten Recherchen, die die Verkehrsermittler der Polizeiinspektion Greifswald zu leisten haben. Vor allem die Frage, wie der junge Mann liegend auf die Ladebower Chaussee kam, ist zur Stunde völlig unbeantwortet. Offenbar gibt es auch keine Zeugen, die dazu Aussagen machen können.

Ostseezeitung-Greifswald

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