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07.09.2002
"Wer darauf reinfällt, ist selbst schuld" - NPD-Wahlveranstaltung in Demmin - Polizei Neubrandenburg mit 100 Einsatzkräften vor Ort
Demmin. "Kasperletheater." "Wer darauf reinfällt, ist selbst schuld." "Ich bin wach geworden von dem Krach." Mit "Krach" meinen drei junge Männer aus Demmin die NPD-Wahldemo gestern Vormittag am Luisentor. Distanziert, aber dennoch interessiert hören einige den Wahlkampfreden des Greifswalder NPD-Kreis-Chefs Maik Spiegelmacher und des Parteivorsitzenden Udo Voigt aus Berlin zu. "Deutschland uns Deutschen!", fordern sie unter anderem, und "1000 D-Mark Kindergeld für Deutsche!" Überall stehen Grüppchen, diskutieren. "Wir haben früher Ja dazu sagen müssen und müssen das heute auch wieder", denkt etwas weniger distanziert eine 80-Jährige, die "früher alles besser" fand.
"Heute muss mein Enkel bis in den Schwarzwald, um Arbeit zu bekommen." Wesentlich mehr Polizeibeamte als Zuschauer sind zu sehen. Einen Teil der vermeintlichen Zuschauer machen außerdem Sicherheitskräfte in Zivil aus. Der Mühlenteichpark ist grün von Polizeiwagen, eine Autokette der Beamten steht an der Straße unmittelbar vor den Rednern.
Keine Gegendemo
Hundert Leute inklusive Aufpasser in Zivil und Bereitschaftspolizei hat die Polizeidirektion Neubrandenburg für den Einsatz gestellt, sagte deren Sprecher Andreas Wegner.
Und schon sämtliche Ortseinfahrten nach Demmin wurden streng kontrolliert: Auf der B 194 in der Loitzer Straße und in der Treptower Straße, auf der B 110 am Abzweig Upost und in Eugenienberg, am Pensiner und am Quitzerower Weg stand Polizei und hat Vorkontrollen bei begrenzter Geschwindigkeit durchgeführt. "Die Autos verdächtiger Personen wurden auf verfassungsfeindliches Propagandamaterial, Waffen und andere verbotene Gegenstände durchsucht", erklärte Wegner. Straftäter wären festgenommen worden und hätten einen Platzverweis erhalten. "Bislang war das aber nicht der Fall." Eine Gegendemo sei auch nicht angemeldet worden, so Wegner. Heute hat die Polizei NPD-Kundgebungen in Waren, Neustrelitz und Neubrandenburg abzusichern. Die Demminer Kundgebung verlief ohne Zwischenfälle. Das Kreisordnungsamt hatte den Veranstaltern eine Reihe von Auflagen erteilt, die alle eingehalten wurden, so Kreissprecherin Brigitte Buer.
Nordkurier-Demmin
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