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27.08.2003
"Bunt statt braun"-Verein verstärkt an Schulen - Anderer Umgang mit Lichtenhagen-Krawallen gefordert
Rostock (dpa) Die Bürgerinitiative "Bunt statt braun" hat eine andere Form der Auseinandersetzung mit den rechtsextremistischen Krawallen von Rostock-Lichtenhagen vor elf Jahren angemahnt. "Viele Menschen haben genug davon, in der Erinnerung an diese schrecklichen Tage zu verharren", sagte Vereinsgeschäftsführerin Lena Fassnacht gestern. Es genüge nicht, ein Mal im Jahr an die Krawalle zu erinnern. "Wir brauchen eine tiefer gehende Beschäftigung mit Fragen rund um Toleranz im Miteinander, Abbau von Vorurteilen und Achtung der Menschenwürde, die den Blick in die Zukunft ermöglicht."
Die wenigsten Jugendlichen seien über die ausländerfeindlichen Ausschreitungen vom August 1992 informiert. "In einer Mittelstufen-Klasse eines Gymnasiums wissen vielleicht zwei Schüler, was in Lichtenhagen passierte", sagte Fassnacht. Der Verein will auch deshalb stärker mit seiner Lichtenhagen-Ausstellung an Schulen gehen. Dazu wird die Exposition erweitert und 2004 erstmals auch außerhalb von MV in Nordrhein-Westfalen zu sehen sein.
Bei den Krawallen im August 1992 hatten hunderte Rechtsradikale einen von Ausländern bewohnten Plattenbau tagelang belagert, mit Steinen beworfen und am 24. August unter dem Beifall tausender Anwohner in Brand gesetzt. Die Rostocker Bürgerinitiative "Bunt statt braun" kämpft gegen Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit.
Schweriner Volkszeitung
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