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23.08.2003
In Jürgenstorf wächst Protest gegen Asylheim - Bürger machen sich Sorgen wegen Lage neben der Grundschule
Jürgenstorf (jub). Der Unmut der Jürgenstorfer nimmt zu. Sie wollen kein Asylbewerberheim in ihrem Dorf. Schon gar nicht in der geplanten Größe. Von dieser Ablehnung zeugen 804 Unterschriften, die nicht nur aus dem Dorf mit seinen rund 600 Einwohnern stammen.
"Wir haben unseren Protest sowohl dem Innenmninisterium als auch dem Landkreis Demmin übergeben", erzählt Mario Stern, einer der Initiatoren des Protestes. "Von der Landesregierung erhielten wir bereits Antwort. Der Kreis schweigt allerdings noch." Aus Demmin heißt es dazu, dass die Antworten auf die Fragen der Betroffenen beim Landrat Frieder Jelen zur Unterzeichnung auf dem Tisch liegen. In den nächsten Tagen gingen sie an die Adressaten raus.
Allerdings wies die Pressestelle auf Anfrage unserer Zeitung einige Vorwürfe der Jürgenstorfer schon mal zurück. Zum Beispiel den der fehlenden Bürgerbeteiligung. "Die Gemeindevertretung und der Bürgermeister waren von Anfang an über das Projekt informiert", sagt Pressesprecherin Elvira Großmann. "Das Thema wurde in den öffentlichen Sitzungen behandelt, so dass Bürgerbeteiligung jederzeit möglich gewesen wäre."
Auch sei an dem Gerücht, dass eines Tages alle Asylbewerber des Landkreises nach Jürgenstorf kommen würden, absolut nichts dran. Es soll bei den avisierten rund 200 bleiben.
Benachteiligung
Mario Stern sieht in der Lage des künftigen Asylbewerberheims ein immenses Problem, denn es ist nur wenige Meter vom Spielplatz der Grundschule entfernt. "Eigentlich sollte mein Sohn dort mal eingeschult werden", meint Stern. "Kommt das Heim, wird er definitiv nicht in Jürgenstorf zur Schule gehen." So denke er nicht allein, sagt der Vater eines dreijährigen Jungen. Diese Nähe habe man laut Elvira Großmann beim Kreis "nicht für schlimm befunden". Es seien vom Land vorgegebene Richtlinien für die Unterbringung von Asylbewerber zu erfüllen. Demnach müssten zum Beispiel kulturelle Zentren für Ausländer mühelos erreichbar sein, auch dürften sie nicht isoliert wohnen.
Mario Stern und seine Mitstreiter wie Burkhard Loga, Harry Krautwurst oder Gernot Meyer sehen sich als Bewohner Jürgenstorfs benachteiligt. "Erstaunlicherweise ist der Landkreis bei einer Protestaktion der Asylbewerber Anfang August in Malchin in der Lage, nur wenige Stunden später positiv darauf zu reagieren", meint Stern. "Unseren Problemen hingegen wird keine Beachtung geschenkt."
Nordkurier-Demmin
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