|
23.08.2003
Polizei stellt Kleber von Plakaten - Aktionen rechter Szene
Ostvorpommern. Erneut haben Beamte des Polizeireviers Wolgast in der vergangenen Nacht mehrere Jugendliche beim illegalen Kleben von Plakaten der rechten Szene erwischt. So stellte eine Streife gegen 2 Uhr einen 22-Jährigen aus Karlshagen, als er im Stadtgebiet von Wolgast unerlaubterweise Aufkleber anbrachte. Nur eine Stunde später wurden drei weitere Jugendliche im Alter zwischen 18 und 21 Jahren bei der selben Beschäftigung auf frischer Tat geschnappt.
Von allen vier Beteiligten wurden durch die Beamten der zuständigen Polizeistelle die Personalien aufgenommen, und nachdem sie die Plakate entfernt hatten, durften sie wieder gehen. Abgeschlossen ist der Fall damit allerdings noch nicht. Zwar seien die Plakate und Aufkleber, die an den Todestag des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß erinnern, strafrechtlich nicht relevant, doch wie ein Polizeisprecher sagte, werden die nötigen Informationen an die Stadt weitergeleitet.
Ihr obliege es dann gegebenenfalls, Anzeige wegen Sachbeschädigung zu erstatten. Das werde man auch in jedem Fall tun, kündigte Bürgermeister Jürgen Kanehl (SPD) gestern auf Nachfrage an. Darüber hinaus werde man prüfen, inwiefern man den Plakateklebern den Aufwand der Stadt zum Entfernen des Propagandamaterials in Rechnung stellen kann.
In den vergangenen Tagen waren in den Kaiserbädern Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin sowie in den Landkreisstädten Usedom und Wolgast wiederholt Heß-Plakate und andere Publikationen der rechten Szene aufgetaucht. Erst kürzlich erwischten die Polizeibeamten in Usedom zwei jugendliche Plakatekleber aus der Umgebung der Inselstadt auf frischer Tat.
Nordkurier-Anklam
|