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09.08.2003
PDS-Politiker fordert weitere Heim-Verhandlungen - Vize-Kreisvorsitzender Bergemann: Wolgast muss Standort werden - Polizei hat offenbar Vorbehalte gegen Werft-Gebäude
Wolgast/Anklam (sd). "Das Asylbewerberheim muss nach Wolgast. Alle Beteiligten sollten sich jetzt an einen Tisch setzen." Mit diesen Worten reagierte gestern der Wolgaster Stadtvertreter und stellvertretende PDS-Kreisvorsitzende Lars Bergemann auf die Einschätzung des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten, dass das ehemalige Verwaltungsgebäude der Peene-Werft als Heimstandort wohl nicht mehr in Frage kommt (wir berichteten). Der Verzicht würde der Anti-Heim-Kampagne rechtsextremer Kreise nachträglich zum Erfolg verhelfen, argumentiert Bergemann. "Wenn's am Geld scheitern sollte, wäre das aberwitzig", betont er. Gleichzeitig appelliert er an die Werft, "von ihrem hohen Ross runterzukommen" und ihre Mietforderung zu reduzieren.
Unterdessen wurde bekannt, dass es in Kreisen der Polizei offenbar erhebliche Vorbehalte gegen die Schaffung eines Asylbewerberheims im ehemaligen Werft-Verwaltungsgebäude gibt: Es sei viel zu abgelegen und begünstige damit einerseits die Ghetto-Bildung; andererseits aber könnte es einsatztaktische Schwierigkeiten geben, sollte es dort zu Zwischenfällen mit Rechten geben. Deshalb, so ein höherer Beamter, "wäre uns ein Heim in der relativ zentral gelegenen alten Kriegsschule in Anklam lieber".
Ostseezeitung-Wolgast
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