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Mehr Asylbewerber im Land

30.12.2010

Schwerin (dpa). Mecklenburg-Vorpommern hat 2010 deutlich mehr Asylbewerber aufgenommen als in den zurückliegenden Jahren. Wie das Innenministerium auf Nachfrage mitteilte, wurden dem Land von Januar bis einschließlich November 822 Personen, die in Deutschland Asyl suchten, zugeteilt. Im gleichen Zeitraum des Jahres 2009 seien es 534 gewesen, im gesamten Jahr 2008 nur 425.

Vor allem Antragsteller aus Afghanistan, Iran und dem Irak ließen die Zahlen nach oben gehen. Der spürbare Anstieg führte auch dazu, dass in der Erstaufnahme- Einrichtung des Landes in Nostorf/Horst (Kreis Ludwigslust) wieder mehr Ausländer untergebracht werden mussten. Wie der Leiter der Einrichtung, Christoph Trzeba, sagte, hatte sich die Zahl der dort untergebrachten Asylbewerber von Mai bis September auf 377 aus etwa 20 verschiedenen Nationen verdoppelt.

Im September war in Nostorf/Horst ein 25-jähriger Afghane nach eigenen Angaben für mehrere Tage in einen Hungerstreik getreten, um auf mangelnde Versorgung und schlechte Betreuung in dem abgeschieden gelegenen Heim aufmerksam zu machen. Kirchen, Flüchtlingsorganisationen und Parteien hatten einen humaneren Umgang mit Asylbewerbern und die Bereitstellung separater Wohnungen gefordert. Das Innenministerium hatte die Kritik zurückgewiesen und auch Forderungen nach Schließung von Sammelunterkünften abgewehrt.

In Nostorf/Horst war laut Innenministerium zum Jahresende etwa die Hälfte der Plätze belegt. Wegen der gestiegenen Asylbewerberzahlen seien erst im November Gemeinschaftsunterkünfte in Ludwigslust und Greifswald reaktiviert worden. Die Wohnplätze in der Gemeinschaftsunterkunft Wismar wurden im Oktober auf 204 nahezu verdoppelt. Landesweit gibt es zehn Einrichtungen, in denen Asylbewerber für die Zeit der Antragsbearbeitung untergebracht werden.

Die Belegung der Häuser schwankt nach Angaben des Innenministeriums derzeit zwischen 24 Prozent in Ludwigslust und 89 Prozent in Stralsund. Insgesamt könnten bei 75-prozentiger Auslastung rund 1500 Asylbewerber untergebracht werden.

Nordkurier

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