|
::Features::
::Suche::
|
|
Unerbetene Unterstützung für die Castor-Aktivisten
Demonstranten in Lubmin wehren sich gegen NPD-Hilfe
14.12.2010
Matthias Thieme
BERLIN. Wenn am Donnerstag vier Castorbehälter aus Frankreich ins Zwischenlager Nord rollen, erwarten die lokalen Aktivisten einige Hundert Demonstranten im Ostseebad Lubmin. Mahnwachen und Gleisaktionen entlang der etwa 20 Kilometer langen Strecke von Greifswald nach Lubmin sind geplant. Unterstützung bekommen die Aktivisten von erfahrenen Gruppen aus dem Wendland.
Einen Massenprotest erwartet dennoch keiner. Lubmin ist nicht Gorleben. Die Intensität des Widerstands hat viel mit Ritualen und der Symbolkraft von Orten zu tun. Als vor Kurzem der Castor ins Wendland rollte, protestierten Zehntausende, feierte eine ganze Bewegung ihre Wiederauferstehung. Rund um Lubmin gab es bislang wenige Proteste, als in den vergangenen Jahren rund 65 Castorbehälter auf das Gelände eines ehemaligen DDR-Kernkraftwerks transportiert wurden, wo sie oberirdisch in Hallen gelagert werden. Im Januar sollen noch einmal fünf Castoren aus dem Forschungszentrum Karlsruhe geliefert werden. Dann solle Schluss sein mit den Transporten, sagen die Betreiber des Zwischenlagers, die Energiewerke Nord. Und der Bürgermeister von Lubmin, Axel Vogt, will mit dem ganzen Thema nichts mehr zu tun haben. Seine Gemeinde beschloss, rechtliche Schritte gegen jedes Medium einzuleiten, das "nicht korrekt vom Zwischenlager Nord berichtet (...) und auf die namentliche Verknüpfung mit dem Seebad Lubmin verzichtet". Die Aktivisten der lokalen "Lubmin-nixda"-Kampagne wollen sich dem Transport am Donnerstag auch mit zivilem Ungehorsam entgegenstellen. Im Internet wirbt die Kampagne als "Schotter und Söhne - Gleisabbau und Rückbau GmbH" auf Facebook.
Sorgen bereiten den Aktivisten aber die ungewollte Unterstützung des Anti-Atom-Protests durch die rechte Szene. "Das ist hier ein großes Problem", sagt Aktivist Adelwin Bothe vom Anti-Atombündnis Nord-Ost. Die NPD versuche, die Stimmung gegen den Transport zu nutzen und mobilisiere gegen Atomtransporte in die "nationale Heimat". Man wehre sich gegen den Dreck, der im schönen Mecklenburg verbuddelt werden solle, wetterte Udo Pastörs, Fraktionschef der NPD im Schweriner Landtag. Die Atomtechnologie sei "Bestandteil des Teufelskreises der kapitalistischen Wachstumsideologie". Die Anti-Castor-Aktivisten wehren sich gegen die Vereinnahmung von rechts. Bei der Auftaktkundgebung am Sonnabend wurde schon eine Gruppe Rechtsradikaler verscheucht. Heute Abend soll es eine Demonstration gegen rechts in Greifswald geben.
Berliner Zeitung
|
|
|
::Action::
Modern Pets + Die Kafkas
Konzert
18.05., AJZ Neubrandenburg
"Keine Zukunft für Nazis"
Infoveranstaltung
21.05., Café Median Rostock
alle Termine
alle Presseartikel
::Presse::
15.05.2012 [OZ]
Bürgermeister fordert dazu auf, weiter weltoffen und tolerant zu sein / Stefan Weigler: Die Aufnahme von Asylbewerbern sollte sich an der gelungenen Integration von Spätaussiedlern orientieren.
15.05.2012 [OZ]
Prora zeigt Ausstellung über NS-Lager Sobibor / Eine polnische Wanderausstellung über das NS-Vernichtungslager Sobibor macht erstmals in Deutschland Station
14.05.2012 [OZ]
Grüne finden Schlapphüte doch gut / Der Landesparteitag in Güstrow bekennt sich im Kampf gegen Rechts zu Verfassungsschutz und Schweriner Weg.
14.05.2012 [NK]
500 junge Vorpommern erheben ihre Stimmen / Auf den Usedomer Peenewiesen herrschte am Sonnabend ein kreatives Treiben für Demokratie. Rund 500 junge Leute waren gekommen, um unter anderem ein Zeichen gegen Rechts zu setzen.
12.05.2012 [OZ]
Turgut-Weg nicht vom Tisch / Stadt prüft nach der Ablehnung einer Gedenkstraße für Mehmet Turgut durch den Ortsbeirates Dierkow Ost-West Alternativen
12.05.2012 [NK]
Wolgast macht Platz für 190 Asylbewerber / 190 Asylbewerber werden in Wolgast noch in diesem Sommer Unterschlupf finden. Doch dazu sind große Anstrengungen nötig. Ein noch bewohnter Block wird in den nächsten Wochen leergezogen. Für diese Kosten muss zunächst die Wohnungswirtschaft aufkommen.
11.05.2012 [OZ]
Wolgast-Nord wird neue Heimstatt für Asylbewerber / Bis Ende Juni soll Wohnblock bezugsfertig sein.
11.05.2012 [OZ]
Viele Migranten sind wütend / Kritik nach Votum gegen einen Mehmet-Turgut-Weg.
alle Presseartikel
|