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Bitte verschmelzen!

Die DVU will am 12. Dezember 2010 auf ihrem Parteitag in Kirchheim das eigene Aus beschließen. Gut so, der NPD erwachsen daraus kaum Vorteile - und eine extrem rechte Partei verschwindet endgültig von der politischen Landkarte.

11.12.2010

Von Patrick Gensing

Keine Frage, die Volksunion ist ohnehin am Ende, doch immerhin könnte sie mit dem etwas gemäßigteren Image im Westen, beispielsweise in Bremen, noch eher Chancen haben, als die Neonazis der NPD. Ob sich die "Verschmelzung" für die NPD finanziell lohnen wird, erscheint derzeit noch unklar. Angeblich bringt die DVU Geld mit in die "Zwergenhochzeit" (Endstation Rechts) ein.

Außerdem hofft die NPD auf einen deutlichen Mitgliederzuwachs, nachdem die eigenen Zahlen zuletzt rückläufig waren. Dies wird allerdings von Experten ebenfalls bezweifelt; die DVU-Mitglieder gelten als größtenteils passiv oder "Karteileichen", dass der Bundesvorsitzende Matthias Faust einen Saal für 200 Personen für den Bundesparteitag anmietet, spricht bereits Bände. Ob in der Volksunion überhaupt noch mehr als ein Dutzend Leute wirklich aktiv sind, erscheint unwahrscheinlich. Immer die selben Personen äußern sich, bei den wenigen öffentlichen Veranstaltungen konnte die Partei selten mehr als zwei Dutzend Anhänger mobilisieren.

Daher wird ein möglicher Beitritt der DVU auch keine neue Dynamik in der NPD auslösen; viel mehr werden persönliche Feindschaften und Streitereien in die Partei getragen. DVU-Chef Faust, neuerdings auch NPD-Vize, ist nicht nur in der DVU höchst umstritten. Auch im NPD-Landesverband Hamburg, Faust lebt in der Hansestadt, soll er nur wenige Freunde haben. Inwieweit NPD-Chef Udo Voigt die verbalen Auseinandersetzungen mit Faust tatsächlich vergessen hat.

Sieger der "Verschmelzung" dürften vor allem die wenigen ambitionierten DVU-Funktionäre sein, die nun in der NPD auf neuen Posten sitzen. Die NPD bleibt derweil die Partei des neonationalsozialistischen Flügels der extremen Rechten, PRO & Co. vertreten hingegen den Teil, der sich nicht hauptsächlich der NS-Nostaligie hingeben. Die DVU stand dazwischen - und nun verschwindet sie möglicherweise. Schade ist das nicht.

Interessant dürften hingegen noch die rechtlichen Nachwegen einer Fusion werden, da die Gegner aus der DVU bereits angekündigt haben, die "Verschmelzung" genau prüfen zu lassen. Angriffspunkt könnte es da einige geben.

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