Presse-Schau

worüber wird in den Medien geschrieben?

zurück zu den News

04.08.2003
Einsatz in Peenemünde verlief ohne Störungen - 240 Polizeikräfte vor Ort - Verstöße gegen Auflagen

Peenemünde (OZ) 240 Polizei- und BGS-Kräfte sicherten am Sonnabend die Demonstration rechter Organisationen ab. 190 Teilnehmer aus der rechten Szene - gerechnet wurde mit 500 - waren dabei. Die Demo verlief störungsfrei, so Polizeisprecher Axel Falkenberg. Bei einer Kontrolle im Vorfeld wurde bei einem Teilnehmer der rechten Szene ein Messer sichergestellt. Im Zusammenhang mit einer Rede während der ersten von zwei Kundgebungen, wo ein Redner auf die Waffen-SS einging, wurde eine Ordnungswidrigkeitsanzeige wegen Verstoßes gegen die Versammlungsauflagen aufgenommen. Das geschah in drei Fällen ebenfalls wegen Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (Runen). Einige Teilnehmer hatten Springerstiefel an, die sie wegen der betreffenden Versammlungsauflage ausziehen mussten.

Ostseezeitung-Wolgast

04.08.2003
Rechtsextreme trommeln vergebens - Peenemünder Aufmarsch findet kaum Beachtung - Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz

NK-Bild

Junge Breakdancer aus Wolgast beteiligten sich am Wochenende am Museumsfest gegen den rechten Aufmarsch in Peenemünde.

NK-Bild

Hannes Wader in Zinnowitz: Der Tourismusverband hatte den Liedermacher zur Aktion "Erinnern statt verdrängen" eingeladen.

NK-Bild

Nachdem rechte Marschierer den Auflagen nicht nachgekommen waren und Springerstiefel trugen, mussten sie sich nach Einschreiten von Polizei und Ordnungsbehörde zum Teil ohne Schuhe auf die Socken machen.

Peenemünde/Zinnowitz (ure/cm). Nach der Demonstration von Rechtsextremen gegen die Wehrmachtsausstellung in Peenemünde am Wochenende ermittelt die Polizei wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz, die Versammlungsauflagen und wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, sei bereits im Vorfeld bei einem Angehörigen der rechten Szene ein beidseitig geschliffenes Messer fest- und sichergestellt worden. Außerdem sei ein Redner auf die Waffen-SS eingegangen, was laut Auflagen des Landratsamtes untersagt war. Drei Anzeigen wegen des Tragens von Runen seien aufgenommen worden. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl auf 190 Personen, die meist aus Wolgast, Anklam, Stralsund und Rostock angereist seien. Zu Störungen sei es nicht gekommen.

Eine erneute Demo ist am 6. September geplant. Eingefunden hatte sich auch eine kleinere Gruppe Gegendemonstranten, die mit einer Sitzblockade den Marsch vor dem Historisch-Technischen Informationszentrum (HTI) - in dem die Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941-1944" gezeigt wird - stoppte. Die Polizei trennte beide Gruppen durch Absperrgitter. Der Marsch durch Peenemünde verlief so gut wie ohne Aufmerksamkeit durch die Bevölkerung. Demokratische Kräfte wie das Bündnis "Bunt statt Braun" hatten mit Erich-Kästner-Zitaten an den Fassaden der Wohnblocks zudem ein Zeichen gegen Rechts gesetzt. Zugleich wurde auf dem HTI-Gelände ein Museumsfest unter dem Motto "Erinnern statt Verdrängen" gefeiert. Schon auf den Zufahrtsstraßen hatten die Extremen Plakate mit den Worten "Usedom sagt Ja zur Wehrmachtsausstellung" empfangen.

Justizminister Erwin Sellering und der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Tilo Braune (beide SPD) betonten vor einem Besuch der Exposition, wie wichtig das Engagement gegen Rechts sei. "Es ist sehr erfreulich, dass sich die Usedomer zusammengetan haben. Wir brauchen die Auseinandersetzung mit dem Krieg. Ein Krieg ist nie sauber", sagte Sellering. Braune verwies auf den Ort Peenemünde, der die "Perfektion von Technik und die Vernichtung von menschlichem Leben" gleicherweise symbolisiere.

Einen besonderen Beitrag zur Aktion "Erinnern statt verdrängen" lieferte bereits am Freitagabend der Liedermacher Hannes Wader, der auf Einladung des Tourismusverbandes Insel Usedom nach Zinnowitz gekommen war. Wader bezog während des gut besuchten Konzertes eindringlich Stellung gegen Rechtsextremismus und Krieg.

Nordkurier-Usedom

diskutieren? auf ins Forum!