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Jungen Migranten die Integration erleichtern

20.11.2010

Neubrandenburg (JR). Die Geschichte des Jugendmigrationsdienstes (JMD) der Arbeiterwohlfahrt beginnt ungewöhnlich: 1990 wurde er als Beratungsstelle für junge Spätaussiedler gegründet, um ihnen die sprachliche, schulische, berufliche und soziale Integration zu erleichtern. "Wir waren zu zweit in einem schönen neuen Büro. Aber was fehlte, war die Zielgruppe", erzählt Leiterin Gabriele Gröger zum 20-jährigen Jubiläum.

Erst ein Jahr später wohnte das erste Aussiedlerbaby in Staven. Im Jahr darauf öffnete in Carlshöhe ein Übergangswohnheim mit 33 Plätzen. Natalia Mekler war eine der ersten Bewohner. "Ungewohnt war es", erzählt sie den Gästen. Aber sie habe sich auch durch die Betreuung durch den JMD gut aufgenommen gefühlt. In den Jahren darauf steigt die Zahl der Spätaussiedler in der Stadt auf über 200, berichtet Gröger. Der JMD hilft bei der Einrichtung einer Deutschförderklasse und gründet eine Freizeit- und Begegnungsstätte.

2004 beschränkt sich die Arbeit nicht mehr nur auf Spätaussiedler, sondern umfasst alle Jugendlichen mit Migrationshintergrund zwischen 12 und 27 Jahren. Im neuen Migrationszentrum an der Demminer Straße finden darüber hinaus Migranten jeden Alters Hilfe.

Zwar ist die Zahl der Spätaussiedler seit 2005 rückläufig, sagt Grögel. Da jedoch im Umkreis immer mehr Asylbewerberheime geschlossen werden, steigt nun die Zahl der Asylanten in Neubrandenburg. Bauchschmerzen bereite ihr die Situation vieler dieser Jugendlichen. Oft reiche die Schulzeit nicht, um die Sprache richtig zu lernen. "Danach haben sie zudem keinen Anspruch auf eine Ausbildung oder auf Arbeit." Für die Zukunft "kämpfe" der JMD daher für eine Änderung der Politik.

Mehr als 100 jugendliche Migranten hat der JMD in diesem Jahr beraten. "Dabei steht der Migrant mit all seinen Problemen im Mittelpunkt, ob persönlich, finanziell oder beruflich", sagt Gröger beim gestrigen Jubiläum. In Neubrandenburg sind 1,5 Prozent der Bevölkerung Ausländer aus mehr als 91 Staaten. Spätaussiedler zählen jedoch nicht in diese Statistik.

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