Presse-Schau

worüber wird in den Medien geschrieben?

zurück zu den News

01.08.2003
Löcknitz: Jüdischer Gedenkstein von Randalierern beschädigt - Große Ecke vom Granitblock abgeschlagen - Kripo befragt Zeugen

Löcknitz (km). Nicht unbemerkt ist in Löcknitz der Vandalismus am jüdischen Gedenkstein (der Nordkurier berichtete) geblieben. Gestern hat die Kriminalpolizei darum in den Räumen der Polizeistation Löcknitz Zeugen befragt. Allerdings tappt die Kripo noch im Dunkeln. Nach den bisherigen Erkenntnissen ist das Motiv des oder der Täter noch unklar.

Bekannt geworden ist die Beschädigung bereits am 29. Juli gegen 8 Uhr. Unbekannte hatten in der Nacht mit einem schweren Gegenstand auf den jüdischen Gedenkstein eingeschlagen. Dabei wurde eine größere Ecke vom oberen Teil abgehauen. Das ist nach Ansicht der Kripo nur mit roher Gewalt möglich, denn das Denkmal besteht aus Granitstein. Weiterhin sind mehrere Einschlagstellen im oberen Teil des Denkmals sichtbar. Auch auf den Stern in der Mitte des Gedenksteines wurde eingehämmert. Einige Teile des Sternes sind nicht mehr erkennbar. Allerdings hatten die oder der Täter keine weiteren Spuren hinterlassen. So ist es für die Kripo noch unklar, ob die Motive aus der rechten oder linken Szene stammen. Nach dem vorgefundenem Bild scheint es auch keine Tat eines Betrunkenen zu sein. Einfacher Vandalismus könnte dagegen ein Motiv sein.

Nach den Beobachtungen von Löcknitzern hat sich die Tat bereits in den frühen Morgenstunden abgespielt. "Ich bin gegen 3.45 Uhr aufgewacht und haben laute Schläge vernommen", berichtet Manfred Redepenning. Er wohnt in der Nähe des Gedenksteines und hatte das Fenster wegen der Hitze offen. Zuerst hat der Löcknitzer gedacht, dass Holz gehackt wird. Allerdings konnte er sich nicht vorstellen, dass um diese Zeit so etwas in Löcknitz gemacht wird. Auch hörten sich die Einschläge zu kräftig und dumpf an, so dass der Mann schnell von seinen ersten Gedanken abließ. Dennoch konnte er sich nicht erklären, woher der Lärm kam und wer ihn verursachte. Später wurde von den Anwohnern eine Person gesichtet, die eine Kapuze überm Kopf trug und zu einem abgestellten Auto ging. Allerdings muss diese Person nicht unbedingt im Zusammenhang mit der Tat stehen. Die Polizei bittet nun um Mithilfe bei den weiteren Ermittlungen (auch anonym).

Nordkurier-Pasewalk

diskutieren? auf ins Forum!