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01.08.2003
20 Nationen unter einem Dach - Migrationsbeauftragte Heidrun Dräger besuchte Asylbewerberheim in Ludwigslust
Um sich umfassen zu informieren, besuchte die Beauftragte für Gleichstellung und Migration des Landkreises Ludwigslust, Heidrun Dräger, jetzt die Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Ludwigslust.
Hans-Erich Jakobi, Leiter der Einrichtung, stellte das Heim vor und gab Erläuterungen zur Situation der Heimbewohner.
Zur Zeit leben rund 270 Personen aus 20 verschiedenen Nationen in den Gemeinschaftsunterkünften in Ludwigslust. Bei dem größten Teil der Bewohner handelt es sich um Familien. Die Herkunftsländer sind u.a. Armenien, Algerien, Aserbaidschan, Jugoslawien, Irak, Togo, Sri Lanka und Ghana. Viele Gesetze und Verordnungen regeln das alltägliche Leben der Flüchtlinge. So müssen alle Flüchtlinge nach ihrer Anhörung durch das Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge für ca. drei Monate in einer Aufnahmeeinrichtung des ihnen zugeteilten Bundeslandes (in M-V die ZAST in Horst) wohnen. Danach kommen sie für die Dauer des Asylverfahrens in die Gemeinschaftsunterkunft nach Ludwigslust. Bis zur Entscheidung des Bundesamtes über einen Asylantrag befindet sich der Antragsteller im Asylverfahren, so der rechtliche Status. Das Asylverfahren dauert in der Regel zwischen wenigen Monaten und zwei Jahren. Unterschieden wird zwischen Großem Asyl (politisch Verfolgte - unbefristete Aufenthaltsgenehmigung) und Kleinem Asyl (Duldung auf Zeit) und keiner Annerkennung (es erfolgt die Abschiebung). In der Gemeinschaftsunterkunft in Ludwigslust bekommt jeder Asylbewerber für die Dauer seines Aufenthaltes ein Bett, einen Stuhl, einen Stahlschrank und einen Tisch auf sechs Quadratmetern Schlaffläche zur Verfügung gestellt. Die acht Mitarbeiter des "Hanse Sicherheitsdienstes" betreuen die Gemeinschaftsunterkunft und ihre Bewohner. "Das gesamte Areal macht einen gepflegten Eindruck auf mich", erklärte Heidrun Dräger. Die Außenanlagen, die Flure, die Waschräume und Gemeinschaftsräume werden von den Asylbewerbern gereinigt. Für diese gemeinnützige Tätigkeit bekommen die Flüchtlinge ca. einen Euro pro Stunde, so Jakobi. Am Schluss betonte Heidrun Dräger, ihr sei wichtig, "dass unser Landkreis sich den Asylbewerbern als offen und tolerant zeigt."
Schweriner Volkszeitung-Ludwigslust
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