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Stargarder Land nun "Ort der Vielfalt"

23.10.2010

Das Amt Stargarder Land ist im Rahmen des Lokalen Aktionsplans "Für Vielfalt und Toleranz, gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus" vom Bundesfamilienministerium ausgezeichnet worden. Amtsvorsteher Joachim Jünger und Hauptamtsleiterin Marion Franke nahmen die Ehrung am Donnerstag anlässlich einer Ergebniskonferenz in Berlin entgegen. Der Amtsbereich darf sich jetzt "Ort der Vielfalt" nennen. Neben Stargard sind bei der Gelegenheit 51 weitere Kommunen, Städte und Landkreise gewürdigt worden, darunter Städte wie Dresden, Mannheim und Hamburg-Altona. "Die Auszeichnung freut uns sehr, zeigt sie doch, dass es sich lohnt, gemeinsam etwas gegen extremistische Tendenzen in unseren Gemeinwesen zu unternehmen", erklärte Amtsvorsteher Jünger gestern. Der Amtsbereich hatte sich 2007 um Aufnahme in das drei Jahre laufende Bundesprogramm bemüht und war berücksichtigt worden. In Burg Stargard und Umgebung gab es nämlich zunehmend rechtsextreme Aktivitäten. Mit Aufklärungskampagnen vor allem in Schulen gelang es jedoch nach und nach, den Einfluss zurückzudrängen. Ein Begleitausschuss, besetzt mit Personen des öffentlichen Lebens, traf sich einmal monatlich, um über Konzepte und Mittelvergabe zu entscheiden. Das Bundesfamilienministerium stellte jährlich immerhin 100 000 Euro zur Verfügung. Insgesamt wurden 43 Projekte umgesetzt. So war Burg Stargard zweimal Gastgeber eines internationalen Fußballturniers, bei den es zahlreiche Begegnungen mit ausländischen Jugendlichen gab. Ein Zirkusprogramm in der Grundschule, das sich den Problemen von Blinden und Sehschwachen widmete, appellierte an Toleranz und Hilfsbereitschaft. Auch eine Gesprächsrunde, zu der NPD-Mitglieder geladen waren, fand Anklang. Vielen Jugendlichen dürfte dabei ein Licht aufgegangen sein, so Jünger. Auch dass der Amtsbereich bei den zwischenzeitlichen Wahlen nur mit rund vier Prozent rechtsextrem wählte, sei ein Erfolg. "Andere Gemeinde hatten bis zu 15 Prozent zu verzeichnen", so der Amtsvorsteher. Der Lokale Aktionsplan läuft demnächst aus. Am 19. November wird es an der Schule Burg Stargard ein Abschlussprogram geben.

Nordkurier-Neubrandenburg

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