Erste Asylbewerber bald da
21.10.2010
von Michael Seifert
LUDWIGSLUST - Vor einem Jahr wurde es auf Empfehlung des Landes aufgrund sinkender Asylbewerberzahlen geschlossen, nun soll der Komplex in der Grabower Allee auf Verfügung des Landes wieder in Betrieb genommen werden. Für den Landkreis Ludwigslust heißt das ganz konkret, rasch Unterkünfte zur Unterbringung von Asylbewerbern herzurichten. "Wir müssen uns darauf einstellen, dass die ersten 20 schon Anfang November kommen könnten, bis zum Jahresende sind sogar bis zu 300 im Gespräch", war gestern in dieser Sache vom 1. Beigeordneten des Landrates, Wolfgang Schmülling zu hören. "Die Einrichtung in der Grabower Allee muss renoviert und möbliert werden, wir wollen das in zwei Etappen machen", ergänzte Wolfgang Schmülling.
Landkreis: Drei Angebote kurzfristig einholen
So werden jetzt kurzfristig die Leistungen ausgeschrieben, in Form einer freihändigen Vergabe, dass sei so mit dem Land vereinbart worden. Drei Angebote werden eingeholt, dann erfolgt der Zuschlag, um die Renovierungsarbeiten schnell in Auftrag zu geben, wobei an dieser Stelle hervorzuheben ist, dass das Land die Kosten trägt. "Das alles muss nun Schritt für Schritt in den nächsten Tagen erfolgen", so Schmülling. Der Landkreis wolle vorbereitet sein, damit man nicht überrascht werde, wenn dann die ersten Asylbewerber vor der Tür stehen. Wer die Einrichtung dann betreibe, darüber werde später entschieden.
Für die Kreise und Kommunen kam diese Entwicklung aber nicht völlig überraschend. Bereits in einem Schreiben vom 17. September hatte das Innenministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern mitgeteilt, dass die Anzahl der Erstantragssteller im ersten Halbjahr 2010 gegenüber dem Vergleichshalbjahr des Jahres 2009 um 25,2 Prozent gestiegen ist. In den Monaten Juli und August dieses Jahres habe sich diese Entwicklung stark fortgesetzt. Für die Landkreise und kreisfreien Städte bedeute diese Entwicklung bei einem Anhalten des Trends, sich darauf einzustellen, die ihrem Zuständigkeitsbereich betriebenen Gemeinschaftsunterkünfte noch stärker auszulasten. Ebenso müssten auch neue Gemeinschaftsunterkünfte in naher Zukunft geschaffen werden.
Für den Landkreis ergebe sich laut Mitteilung des Innenministeriums, etwa zwischen 100 und 250 Plätze für Asylbewerber vorzuhalten, wie es Landrat Rolf Christiansen in seinem Bericht auf der jüngsten Kreistagssitzung hervorhob.
"Wir haben gemeinsam mit dem privaten Eigentümer des Objektes angestrebt, hier schnell eine Lösung zu finden", ließ sich dazu Wolf-Christoph Trzeba, Abteilungsleiter des Amtes für Migration und Flüchtlingsangelegenheiten mit Sitz in Horst (Gemeinde Nostorf), vernehmen. "Da wir aber noch nicht wissen, aus welchen Nationen Asylbewerber zu uns kommen, können wir auch noch nicht sagen, wie viele es genau sein werden", wollte Trzeba, dessen Behörde zum Landesamt Innere Verwaltung gehört, die für den Landkreis Ludwigslust avisierten Zahlen nicht weiter kommentieren. Er selbst gehe mit großer Wahrscheinlichkeit auch nicht davon aus, dass Angehörige der Roma aus Bulgarien und Rumänien, die jetzt von Frankreich ausgewiesen werden sollen, hierher in den Landkreis Ludwigslust kommen.
Unterkünfte bereitzustellen, das betreffe nicht nur jene Städte und Gemeinden, in denen es bereits derartige Einrichtungen gebe. Generell seien dazu alle Kreise und Kommunen aufgefordert. "Bereits seit längerem hatten wir mit den Kommunen Gespräche geführt, dass die Zahl der Antragsteller auf Asylverfahren stark gestiegen und vom Land ein erhöhter Bedarf anzumelden ist", so Wolf-Christoph Trzeba.
Schweriner Volkszeitung
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