Presse-Schau

worüber wird in den Medien geschrieben?

zurück zu den News

30.07.2003
Gast will Ahlbeck nie wieder sehen - Vorwurf: Nazistische Aufkleber im Ort

Ahlbeck (OZ) Mit äußerstem Befremden habe er feststellen müssen, dass sein Urlaubsort mit Nazi-Aufklebern gegen die Wehrmachtsausstellung vollgeklebt war, schreibt Karl-Heinz Kühn aus Berlin im Anschluss an einen dreitägigen Ahlbeck-Aufenthalt an die Ostsee-Zeitung. Die erste Reaktion des Gastes: er versuchte die Aufkleber mit Unterstützung seiner Reisebegleitung selbst zu entfernen. "Wegen der hohen Klebekraft gelang das nur zum Teil", schrieb der Berliner.

So wandte er sich an die Anklamer Polizeidirektion. Aus heutiger Sicht lässt sich nicht mehr feststellen, wer sein Gesprächspartner war. Herr Kühn fühlte sich jedenfalls durch sein Versprechen, die Information sofort weiter zu leiten, zunächst beruhigt. Die Besatzung eines Streifenwagens, die er am nächsten Tag ebenfalls auf die Aufkleber aufmerksam machte, sagte ihm, dass "in dieser Angelegenheit schon jemand unterwegs" sei.

Wie auch immer; solange Karl-Heinz Kühn in Ahlbeck blieb, klebten auch die Aufkleber. Ein Bekannter teilte ihm mit, dass sie z. B. in der Seestraße und am dort vorhandenen Fernsprecher auch noch drei Tage nach seiner Abreise präsent gewesen sein sollen.

"Ist das ein Ausdruck von Freiheit und Demokratie?", fragt der Gast nun provokatorisch und stellt abschließend fest, dass er nie wieder zum Urlaub in ein Seebad fahren wird, in dem offenbar "von amtlicher Seite nichts gegen nazistisches Gedankengut unternommen wird".

Bürgermeister Klaus Kottwittenborg widerspricht diesen Vorwürfen. Gleich nachdem die Gemeinde durch die Anklamer Polizei informiert wurde, habe er den Bauhof alarmiert und auch das Ordnungsamt beauftragt, die Aufkleber zu entfernen. Wegen der im Zusammenhang mit der Wehrmachtsausstellung in Peenemünde zu erwartenden wilden Plakatierung mit Aufklebern, werde er jetzt in den Straßen des Seebades regelmäßige Kontrollen durchführen lassen.

Ganz entschieden verwahrt sich der Ahlbecker Bürgermeister allerdings gegen den Vorwurf des Beschwerdeführers, wonach er politisch in der Nähe der Plakatierer zu suchen sei. "Wir haben diesmal gleich nach Bekanntwerden der Plakate reagiert und werden auch in Zukunft ein Auge darauf haben."

Ostseezeitung-Wolgast

diskutieren? auf ins Forum!