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30.07.2003
Auf Spurensuche in Auschwitz - Crivitzer Freizeitzentrum unternahm Gedenkstättenfahrt mit Jugendlichen aus der Region

Crivitz. In diesem Monat gingen 16 Jugendliche aus der Region mit dem Freizeitzentrum Crivitz des ASB auf eine Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz. Wohl keiner aus der Gruppe der Realschüler und Gymnasiasten hatte sich diese Reise so vorgestellt, aber fast alle wollen im nächsten Jahr wieder teilnehmen. Über diese Spurensuche in Auschwitz berichtet Peter Szeczinowski, Jugendbetreuer beim ASB.

Seit Jahren finden unter der Regie des Crivitzer Freizeitzentrums des ASB solche Fahrten nach Polen und in die Niederlande statt. Es sind kleine Gruppen, die Vorbereitung ist mühsam und das Programm alles andere als ein erholsamer Kurzurlaub.

Filme wie "Nackt unter Wölfen" und "Die Wannseekonferenz" machten schon vor der Reise mit der Thematik vertraut, ebenso wie Gespräche mit einem Überlebenden von Auschwitz und anderer Schreckenslager. Beim Besuch der "Neuen Synagoge" und im "Haus der Wannseekonferenz" in Berlin erfuhren die jungen Leute, dass dort im Januar 1942 von führenden Vertretern des Deutschen Reiches die Vernichtung aller jüdischen Menschen Europas beschlossen und später, in Auschwitz und an anderen Orten, zur schrecklichen Realität wurde.

Im ehemaligen Stammlager des KZ Auschwitz erfahren alljährlich Menschen aus aller Welt von den damaligen schrecklichen Geschehnissen. Das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau bedrückt durch gigantische Ausmaße in Verbindung mit dem Gefühl der Hilflosigkeit. Vorbeiquälen an kilometerlangen Stacheldrahtzäunen, Durchschleichen von bedrückenden Häftlingsbaracken, Verharren vor Erschießungswänden, Verbrennungsöfen, Ascheseen, Wachtürmen: Das sind Eindrücke, die jeder individuell verarbeiten muss. Stoff zum Nachdenken, vielleicht über Fremdenhass, Manipulation und wie sie funktioniert.

Die Fahrt nach Auschwitz war für die Jugendlichen eine Reise in die Vergangenheit. Aber die Gegenwart hält genug bereit, was aufschreckt aus dem Gedanken, es wäre alles vorbei, überwunden. Vielerorts in der Welt werden auch heute noch Verbrechen mit ähnlichen Symptomen begangen.

Die Teilnehmer der Gedenkstättenfahrt haben in Auschwitz, an den Stätten der grausamsten Verbrechen gegen Menschlichkeit und Zivilisation, verharrt, der Opfer gedacht und Blumen niedergelegt. Jeder auch für sich und mit sich allein.

Eine besondere Form der Auseinandersetzung mit der Geschichte des Ortes war die Pflegearbeit in der Gedenkstätte - auch als eine Form des Dankes an jene, die für den Erhalt dieser Stätten wirken.

Die internationale Jugendbegegnungsstätte in Oswiecim bot wieder beste Bedingungen, um sich intensiv in Wort, Bild und Ton mit der Thematik zu beschäftigen, Hintergründe zu erfahren, Lebensschicksale zu verfolgen, Antworten zu finden und Sprachlosigkeit zu überwinden.

Aufschlussreich und beeindruckend war auch dort das Gespräch mit einem ehemaligen Häftling von Auschwitz. Eines Tages wird es sie nicht mehr geben, diese Gespräche mit Zeitzeugen. Deshalb ist wichtig, dass es dann andere gibt, die sagen können: "Ich hatte eine Begegnung mit einem Menschen, der es erlebte."

Das Führen individueller Tagebücher sollte den Teilnehmern helfen, die Informationsfülle zu bewältigen.

Mit wachen Sinnen nahmen die Schüler auch die Orte jüdischer Geschichte und Lebensweise in den Städten Oswiecim und Kazimierz/Krakau auf. In Synagogen und Restaurants, bei Klezmermusik und Gesprächen wurde deutlich und erfassbar, was ein Teil unserer eigenen Geschichte und Kultur ist.

Auch der Besuch in Krakau und im Salzbergwerk Wielicka waren wichtige Erlebnisse, u. a. zum besseren Verstehen unseres Nachbarlandes.

Schweriner Volkszeitung-Schwerin

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