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Integration bleibt wichtiges Thema
30.09.2010
von zvs
GÜSTROW - Trotz der geringen Migrantenzahlen in Mecklenburg-Vorpommern und der aktuell rückläufigen Zuwanderung dürfe die Unterstützung für Migranten nicht vernachlässigt werden, fordert Roswita Dargus, Beauftragte für Gleichstellung, Integration von Ausländern und Flüchtlingen und offene Seniorenarbeit im Landkreis Güstrow. "Immer wieder geht es in der Politik um Fachkräftebedarf, interkulturelle Kompetenz oder Präventions- und Antidiskriminierungsarbeit, aber es fehlen verbindliche Aussagen zu angemessenen und notwendigen Rahmenbedingungen für Beauftragten- und Beratungsarbeit", sagt sie. Vor dem Hintergrund des Landkreisneuordnung 2011 müsse der neue Kreistag hier eindeutig Position beziehen.
Noch 861 Frauen und Männer aus anderen Ländern leben aktuell im Landkreis Güstrow. Unter 68 Nationalitäten kommen die größten Gruppen aus Vietnam, Polen, Armenien, der Türkei, den Niederlanden und der Russischen Föderation. "Menschen der ehemaligen Sowjetunion kommen häufig zu uns als Ehepartner von deutschen Migranten, die als Russlanddeutsche bekannt sind", erklärt Roswita Dargus. Die Russlanddeutschen sind zahlenmäßig nicht erfasst. "Sie alle leben unter uns und dies größtenteils bereits seit vielen Jahren."
Schnell könne sich die Situation im Flüchtlingsbereich wieder ändern, ist Roswita Dargus überzeugt. Einrichtungen wie die Migrationserstberatung und der Jugendmigrationsdienst sowie die Flüchtlingsberatung müssten deshalb unbedingt vorgehalten werden. Das könne nicht am tagesaktuellen Bedarf festgemacht werden. "Ich freue mich, dass der Landkreis eine solide Integrationsstruktur hat. Ich weiß um das große Engagement seiner Mitarbeiterinnen und vieler Akteure in Beratungsdiensten, die auch Migranten zu ihrem Klientel rechnen", sagt sie.
In den vergangenen Jahren habe sich der Hilfsbedarf für Unterstützer von Migranten vergrößert. So ziehe die Unterbringung von Migranten in Wohnungen eine zeitaufwendigere Begleitung von Flüchtlingen und Ausländern nach sich, weiß Roswita Dargus. "Auch die Arbeitsmigration wird in Zukunft eine immer größere Bedeutung für Migrationsberater haben. Und die Antidiskriminierungsarbeit als Bestandteil von Präventionsarbeit zur Förderung unserer demokratischen Grundordnung steht auf dem Tagesplan", sagt Roswita Dargus. Diese und andere Themen liegen auch auf dem Tisch des Netzwerkes Migration im Landkreis, zu dem 30 Partner unter Leitung des Ausländerbeauftragten zählen.
Zeichen für Integration will auch die gerade laufende Interkulturelle Woche setzen. U. a. wird am 12. Oktober im Brinckmangymnasium die Ausstellung zur Integration von Russlanddeutschen in Deutschland eröffnet.
Schweriner Volkszeitung-Güstrow
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