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25.07.2003
Ausstellungseröffnung ohne Probleme - Peenemünder Turbinenhalle sorgt für spannenden Kontrast - Sicherheitsregime funktioniert
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Ausstellungssprecher Peter Klein (rechts) erläutert dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Wolfgang Methling (PDS) und den anderen Eröffnungsgästen das Konzept der Exposition. |
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In dem ehemaligen Peenemünder Kraftwerk wird die Wehrmachtsausstellung erstmals an einem authentischen Ort gezeigt. |
Von unserem Redaktionsmitglied Uwe Quosdorf
Peenemünde. Mit großem "Bahnhof" - zwei Minister, ein Ex-Landtagspräsident, ein Ex-Staatssekretär, mehrere Landtagsabgeordnete -, aber ohne jeden Zwischenfall ist gestern Nachmittag in Peenemünde die mit Spannung erwartete Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht - Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941-1944" eröffnet worden. Bis zum 7. September wird auf rund 1000 Quadratmetern an Hand zahlreicher Dokumente, Fotos, Film- und Tonaufnahmen das Mythos der "sauberen Wehrmacht", die mit den Verbrechen der "schmutzigen SS" nichts zu tun hat, entzaubert. Dabei setzt die Exposition auf eine betont neutrale, geradezu klinisch wirkende Atmosphäre, die in einem merkwürdigen Kontrast zu der ehemaligen Turbinenhalle des Kraftwerkes steht. "Der Raum ist optimal", freute sich Ausstellungssprecher Peter Klein.
Dennoch zeigten sich manche Besucher im ersten Moment regelrecht verdattert, hatten sie doch vor allem großformatige Fotos mit erschreckenden Motiven erwartet. Aber die Ausstellungsmacher haben ihre Hausaufgaben gemacht und Konsequenzen aus der teilweise nicht unberechtigten Diskussion um die später zurückgezogene erste Ausstellung gezogen. Aber selbst diese Kontroversen werden nicht schamhaft verschwiegen, sondern offensiv dargestellt.
Im Mittelpunkt der Darstellung in sechs speziellen Themenkomplexen steht allerdings der bereits vor dem Überfall auf die Sowjetunion geplante und dann gezielt organisierte Vernichtung tausender Menschen, an denen auch die Wehrmacht - teils passiv, teils aktiv - beteiligt war. Dabei wird auch exemplarisch deutlich gemacht, dass die handelnden Personen trotz der strengen militärischen Hierarchie durchaus einen gewissen Entscheidungsraum hatten. Und auch dem Besucher bleibt es überlassen, wie tief er in die Materie eindringt. Zeit sollte man sich allerdings schon mitbringen.
Parallel zur Ausstellung lief gestern auch ein umfangreiches Begleitprogramm mit wissenschaftlichen Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Theater-, Tanz- und Konzertaufführungen an. So referiert heute um 18 Uhr der Greifswalder Professor Thomas Stamm-Kuhlmann zum Thema "Was können wir über Kriegsverbrechen wissen? Der Historiker und die Quellenlage".
Befürchtete Provokationen der rechten Szene blieben übrigens gestern aus - vermutlich auch wegen des ständig unübersehbar präsenten Polizeiaufgebotes. Auch ansonsten scheint das Sicherheitsregime zu funktionieren: Nach Informationen des UsedomKurier erwischte die Polizei in der vorangegangenen Nacht in Wolgast vier verdächtige Jugendliche, die der rechten Klientel zugeordnet werden.
Nordkurier-Anklam
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