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25.07.2003
Nato-Partner sollen über Bombodrom donnern
Potsdam (AP) Der größte europäische Truppenübungsplatz Wittstocker Heide in Nordbrandenburg soll nach Plänen des Bundesverteidigungsministeriums auch von anderen Nato-Ländern genutzt werden. "Wie alle anderen Übungsplätze in Deutschland wird auch dieser von Nato-Partnern genutzt werden", sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums gestern in Berlin.
Dies werde jedoch im Rahmen der im Nutzungskonzept geplanten jährlich 1700 Einsätze geschehen und die Anwohner des Bombenabwurfplatzes nicht zusätzlich belasten. Die Militärs wollen auf dem in den fünfziger Jahren angelegten, 142 Quadratkilometer großen Platz den Abwurf von Übungsbomben trainieren.
Der Sprecher sagte, auch die Nato-Partner müssten sich auf dem Areal an die festgelegten Zeiten und Einschränkungen
bei Tiefflügen halten. So soll an Wochenenden und Feiertagen, während der Sommerferien in Brandenburg sowie zwischen Weihnachten und Neujahr nicht geflogen werden. An allen anderen Tagen soll zudem eine zweistündige Mittagspause eingehalten werden.
Die Bürgerinitiative "Freie Heide" ruft unterdessen zu weiteren Protesten gegen eine Wiederinbetriebnahme des so genannten Bombodroms auf. "Der Widerstand geht weiter", sagte ein Sprecher gestern in Wittstock. Die "nach und nach"
ans Licht kommenden Pläne der Bundeswehr bestätigten "schlimmste Befürchtungen". Die Gegner des Bombodroms erwarten spätestens nach der Inbetriebnahme eine neue Protestwelle. Die Europäische Kommission wird sich nach Angaben des Naturschutzverbandes BUND erneut mit dem Bombenabwurfplatz befassen. Lärm und Schadstoffe durch Tiefflüge bedrohten zahlreiche nach europäischem Recht streng geschützte Tierarten im Umfeld des Geländes, teilte der Landesverband in Schwerin in einer Beschwerde an Brüssel gestern mit. Bisher hätten der Kommision falsche Zahlen über geplante Einsätze vorgelegen. Die Bürgerinitiative "Freie Heide" verwies auf die 84. Protestwanderung am 3. August ab dem Ort Schweinrich.
Wie gestern bekannt wurde, droht der Bundeswehr im Streit um die Nutzung des Bombodroms nach Informationen der "Frankfurter Rundschau" ein empfindlicher juristischer Rückschlag. Das Bundesverteidigungsministerium habe in seinem Anfang Juli erteilten Genehmigungsbescheid für die Nutzung des Luft-Boden-Schießplatzes darauf verzichtet, den sofortigen Vollzug anzuordnen, schreibt das Blatt (Freitag). Deshalb könne eine unter anderem von Anliegergemeinden angestrebte Klage vor dem Verwaltungsgericht gegen den Genehmigungsbescheid unmittelbar aufschiebende Wirkung haben.
Ostseezeitung
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25.07.2003
Freier Himmel nicht überrascht - Sprecher: Ministerium informiert scheibchenweise über Bombodrom
Mirow (nie). Die Bürgerinitiative "Freier Himmel" gegen das in der Kyritz-Ruppiner Heide geplante Bombodrom hat sich nicht überrascht gezeigt, dass der Luft-/Bodenschießplatz auch von NATO-Partnern Deutschlands genutzt werden soll. Entsprechende Informationen hatte das Bundesverteidigungsministerium gestern bestätigt. Gerhard Schneider, 2. Sprecher der Aktionsgemeinschaft "Freier Himmel", erinnerte auf Nachfrage, dass schon während der Veranstaltungen in den Kreistagen Mecklenburg-Strelitz und Müritz, auf denen Vertreter des Bundesverteidigungsmisteriums über den Schießplatz informierten, davon die Rede gewesen sei (Nordkurier berichtete).
"Das ist seit rund zwei Jahren bekannt, wurde von der breiten Öffentlichkeit aber nicht so wahrgenommen. Verursacht auch durch das Verteidigungsministerium, das scheibchenweise informierte, Zahlen verniedlichte", erklärte Gerhard Schneider.
Zum weiteren Vorgehen berichtete Mirows Bürgermeister Norbert Pape (CDU) im Namen der Südallianz: "Sobald die Gemeinden die offiziellen Bescheide über die Inbetriebnahme des Schießplatzes aufdem Tisch haben, werden wir aktiv." Zunächst werde dann eine einstweilige Verfügung gegen die Inbetriebnahme angestrengt, dann würden die geplanten Klagen dagegen folgen.
Die nächste Aktion gegen den Schießplatz ist die 84. Protestwanderung der brandenburgischen Initiative "Freie Heide" am 3. August um 14 Uhr ab Schweinrich.
Nordkurier-Neustrelitz
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