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Flüchtlingsrat kritisiert "Lagerhaltung für Asylsuchende"
16.09.2010
Schwerin (dapd). Der Landesflüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern hat mit einer Aktion vor dem Schweriner Landtag die "Lagerhaltung von Asylsuchenden" kritisiert. Vor der Landtagssitzung am Mittwoch verteilten Demonstranten Eierpackungen mit darin eingebetteten kleinen Holzpuppen, um auf die oft unzumutbaren Wohn- und Lebenssituationen von Flüchtlingen aufmerksam zu machen. Asylbewerbern stehen in Gemeinschaftseinrichtungen jeweils nur sechs Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung, auf denen sie nicht selten bis zu zehn Jahre untergebracht seien, sagte Kathleen Vahl, Sprecherin des Netzwerkes Arbeit für Flüchtlinge.
Einem Bericht von NDR Info zufolge stieg die Zahl der Asylbewerber in den vergangenen Monaten deutlich. Die Wohnanlagen für Flüchtlinge, die auf eine Aufenthaltsgenehmigung warteten, seien zudem oft schwer zu erreichen, sagte Vahl. Damit seien die Flüchtlinge von Infrastruktur, Therapiemöglichkeiten, Arbeitsstellen und Beratungseinrichtungen abgeschnitten. Nicht zuletzt dadurch bildeten sich negative Parallelgesellschaften. Menschen, die keine Perspektive hätten, verlören Selbstvertrauen und berufliche Fähigkeiten. Es sei eine Grundsatzfrage, Asylbewerber nicht in Lagern und Übergangsheimen unterzubringen, sondern dort, wo sie Zugang zur Gesellschaft haben, sagte Vahl.
Nach Angaben des Flüchtlingsrates gibt es derzeit knapp 1.000 Asylbewerber in Mecklenburg-Vorpommern. Dieselbe Zahl von Flüchtlingen lebt mit Duldungen im Land, die für einige Wochen oder auch Jahre ausgesprochen wurden. Allein im August wurden nach NDR-Recherchen insgesamt 82 Erstanträge auf Asyl gestellt. Die meisten Flüchtlinge kamen aus Afghanistan, Ghana und dem Iran. Im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht das einer Steigerung von mehr als 90 Prozent.
Von Januar bis August haben den Angaben zufolge insgesamt fast 23.000 Personen in Deutschland Asyl beantragt. Die meisten Antragsteller kamen aus Afghanistan.
Nordkurier
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