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23.07.2003
Internationales Programm gegen rechten Aufmarsch - Präventionsrat empört über Zerstörung zahlreicher Ankündigungsplakate - Landrätin Syrbe bei Fest mit dabei
Ostvorpommern (uq). Mit Empörung hat der Wolgaster Präventionsrat gestern den Diebstahl beziehungsweise die Zerstörung zahlreicher Ankündigungsplakate für das am Sonnabend in Wolgast geplante Fest der Kulturen (wir berichteten) zur Kenntnis genommen. Ungeachtet der Provokation, die mit großer Wahrscheinlichkeit auf das Konto rechter Kräfte geht, wollen sich die im Präventionsrat vertretenen Vereine, Verbände und demokratischen Parteien davon jedoch nicht entmutigen lassen. Schließlich soll das Fest der Kulturen Einheimischen wie Gästen deutlich machen, "dass wir in unserer Stadt keine Aufmärsche der NPD, rechter Gruppen, Kameradschaften und Organisationen wollen", heißt es in der offiziellen Ankündigung der Veranstaltung, die unter der Überschrift "Erinnern statt verdrängen - Wolgast zeigt Courage" steht.
Der Präventionsrat reagiert damit auf eine für Sonnabend angemeldete Demo hiesiger Rechter gegen die Peenemünder Wehrmachtsausstellung. Die Polizei erwartet zu dem Aufmarsch, der auch die B 111 que- ren und dabei zeitweise den Ver- kehr blockieren wird, etwa 150 Marschierer vorwiegend aus der Region.
"Tolerant und freundlich"
Mit dem Fest der Kulturen auf dem Rathausplatz, das um 10 Uhr von Landrätin Barbara Syrbe (PDS) und Bürgermeister Jürgen Kanehl (SPD) eröffnet wird, soll gezeigt werden, dass Wolgast tolerant und gast- freundlich ist und alle Menschen gleich welcher Hautfarbe, Her- kunft und welchen Glaubens akzeptiert. Das spiegelt sich auch in dem internationalen Programm für diesen Tag wider, an dem deutsche, polnische, togolesische, russische und kubanische Kulturgruppen mitwirken. Außerdem werden die Nationalgerichte verschiedener Länder angeboten, polnische Kunsthandwerker stellen sich vor, der Eine-Welt-Laden ist mit von der Partie, das Peenemünder Museum informiert über die Wehrmachtsausstellung, und selbstver- ständlich werden auch die Kinder etliche Betätigungsmöglichkeiten finden.
Viele haben sich auch schon im Vorfeld bei einem Plakat-Wettbewerb mit dem Thema auseinander gesetzt; die Ergebnisse werden am Sonnabend ebenfalls zu sehen sein. Die Polizei wird die ganztägige Veranstaltung mit entsprechenden Kräften absichern, so dass niemand Angst vor rechten Übergriffen haben muss.
Nordkurier-Anklam
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23.07.2003
Musik aus Kuba, Polen, Togo und Russland - Bunter Mix beim "Fest der Kulturen"
Wolgast (OZ) Musik und Gesang, künstlerische Darstellung und leckere Köstlichkeiten aus verschiedenen Ländern - das wird das "Fest der Kulturen" am Sonnabend in der Wolgaster Altstadt prägen. Wie Amtsleiterin Gisela Kretschmer gestern die Mitglieder des Präventionsrates informierte, steht das Programm fest.
Auf einer Bühne am historischen Rathaus werden Bürgermeister und Landrätin das Fest um 10 Uhr eröffnen. Gleich danach geht es los mit Musik, zunächst von den Streckelsberger Musikanten, bevor Gruppen und Ensembles aus Polen, Russland, Togo und Kuba - in bunter Folge - bis gegen 18 Uhr auftreten. Daneben werden Plakate zum Thema Frieden und Toleranz, hergestellt von Kindern der Stadt, am Kirchplatz ausgestellt, eine Bastelstraße errichtet und auf der Langen Straße kann man mit Kreide malen.
Unter dem Motto "Erinnern statt verdrängen" wollen die Initiatoren - möglichst gemeinsam mit vielen Bürgern und Gästen der Stadt - Flagge zeigen und die Rechten, die sich ab Mittag zu einem Demonstrationszug durch Wolgast-Süd und -Nord formieren werden, de facto "rechts liegen lassen". Luftballons werden in den Wolgaster Himmel steigen, Sonnenblumen gebastelt werden. Wer will, kann sich seine Haare "Bunt statt Braun" färben lassen und gegen den einen oder anderen Schauer stehen Schirme, Pavillons und Überdachungen bereit.
Für die Sicherheit aller Teilnehmer werden ausreichend Polizeikräfte sorgen, wenngleich man grundsätzlich auf ein friedliches Fest und tolerantes Miteinander setzt.
STEFFEN ADLER
Ostseezeitung-Wolgast
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