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23.07.2003
Seebad gedenkt ermordeten Obdachlosen - Morgen dritter Todestag
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Mit einer Glocke erinnert Ahlbeck an den Tod von Norbert Plath, der von Rechten zu Tode getreten wurde. |
Ahlbeck (ure). Bei einer Andacht hat der Ahlbecker Pastor und Vorsitzende des Präventionsrates der drei Kaiserbäder, Gerd Panknin, gestern des Todestages des obdachlosen Norbert Plath gedacht, der sich morgen zum dritten Mal jährt. Seebad-Hauptamtsleiterin Christine Schröder kündigte unterdessen an, dass die Gemeinde am einstigen Tatort an der Kirche Blumen niederlegen und eine Kerze entzünden wolle. Am Grabe Norbert Plaths sei nichts vorgesehen, weil man die Stelle vor möglichen Ausschreitungen Rechtsextremer zu schützen gedenke.
Wie berichtet, hatten in der Nacht vom 23. zum 24. Juli 2000 rechtsgerichtete Ahlbecker Jugendliche den Obdachlosen zu Tode getreten. Die Täter kehrten mehrmals zu ihrem Opfer zurück, um es zu quälen. Die Richter schickten die Beteiligten zum Teil für lange Jahre hinter Gitter. Einer der Jugendlichen wurde indes inzwischen schon wieder entlassen.
Hauptamtsleiterin Schröder ließ wissen, dass die Kommune keine größeren Gedenkveranstaltungen plane. Es komme vielmehr darauf an, zu zeigen, welche Lehren man aus dem Mord, der international für Schlagzeilen gesorgt hatte, ziehe. In dem Zusammenhang verwies Schröder auf den Präventionsrat. Dessen Vorsitzender Panknin schätze dann ein, dass die rechte Szene in Ahlbeck jetzt weniger offensiv auftrete. Das hänge wohl auch mit dem Wegzug einiger bekannter Aktivisten zusammen. "Ich habe mich auch bei den Kindern und Jugendlichen erkundigt. Die meinen, dass es an der Hauptschule wohl noch eine Klasse gäbe, bei der rechtes Gedankengut eine Rolle spielt", so der Pastor. Beende die Klasse ihre Schulzeit, sei wohl kaum noch ein harter Kern vorhanden, zitierte Panknin die von ihm befragten Schülerinnen und Schüler.
Nordkurier-Usedom
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