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21.07.2003
Rund 300 Bombodromgegner in Mirow - Schweigemarsch durch die Stadt - Aktionsgemeinschaften weiter zuversichtlich gegen Bundeswehrpläne


Von unserem Redaktionsmitglied Mario Tumm

Mirow. Das Bombodrom symbolisch zu Grabe getragen haben Gegner des in der Kyritz-Ruppiner Heide geplanten Luft-Boden-Schießplatzes am Sonnabend bei einem Schweigemarsch durch Mirow. Mehr als 300 Einwohner der Region und Touristen beteiligten sich an dem Marsch. Sie zeigten auf ihren Transparenten und Schildern, dass die Entscheidung von Bundesverteidigungsminister Peter Struck (SPD), den Schießplatz zu eröffnen, keine Akzeptanz in der Region findet. "Lügen haben kurze Beine", "Eine Region geschlossen gegen das Bombodrom" und "Jobkiller SPD" war unter anderem zu lesen.

"Die Aktion in Mirow zeigt, dass der Widerstand der Region ungebrochen und ein Gefühl der Niederlage nicht aufgekommen ist", zieht der zweite Sprecher der Aktionsgemeinschaft "Freier Himmel" Gerhard Schneider sein Fazit. Um 14 Uhr läuteten die Glocken der Mirower Johanniterkirche und mit ihr auch in zahlreichen Kirchen der Region die Demo ein. Mit dieser Aktion solidarisieren sich die Kirchengemeinden mit dem Protest. Die rund 30 Teilnehmer des Mirower Friedensgebets schlossen sich dem Demonstrationszug an. Zahlreiche Teilnehmer trugen entsprechend dem Motto "Die Region trauert" Trauerkleidung oder hatten sich in schwarze Tücher gehüllt. Im Lärm von Trommeln, Kochtöpfen und Trillerpfeifen führte eine Schauspielgruppe eine fiktive Gerichtsverhandlung durch. Dort tauschten die Natur und die Bundeswehr Argumente aus. Im Ergebnis der Verhandlung setzte sich die Natur, die ihre Wurzeln nun einmal in der Region habe und nicht weggehen könne, durch und der Schießplatz wurde zu Grabe getragen. Aus einem Sarg stiegen rote Luftballons in den Himmel. Die Redner der Abschlusskundgebung, dabei auch der PDS-Landtagsabgeordnete Torsten Koplin, stellten klar, dass Minister Struck trotz der Verwaltungsentscheidung seines Ministeriums, den Kampf um den die Nutzung des Luft-Boden-Schießplatzes nicht gewinnen wird. Die angestrebten Klagen des Landes Mecklenburg-Vorpommern, der Gemeinden der so genannten Südallianz, der Naturschutzverbände BUND und NABU und zahlreicher Unternehmer werden die Umsetzung der Pläne zum Scheitern bringen, zeigten sich die Redner zuversichtlich.

Kritik, warum die Demonstration zum Inselfest in Mirow organisiert wurde und dieses störe, wies Gerhard Schneider zurück. Man habe den Tag bewusst gewählt, um Aufmerksamkeit zu erringen. Der Protest wird in Kürze weitergehen. Die Bürgerinitiative "FREIe HEIDe" hat bereits zur nächsten Protestwanderung am 3. August nach Schweinrich eingeladen. Am 31. Juli trifft sich der "Freie Himmel" mit Bildenden Künstlern der Region im Mirower Seehotel, um gemeinsame Aktionen zu beraten.

Nordkurier-Neustrelitz

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