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Strafanzeige nach Pastörs-Zwischenfal
Fans von Hansa Rostock verjagen den NPD-Fraktionsvorsitzenden. Der Vorstand verteidigt die Aktion.
10.08.2010
Von Thomas Volgmann
Rostock. Die Auseinandersetzung zwischen Fans des FC Hansa Rostock und dem NPD-Fraktionsvorsitzenden im Schweriner Landtag, Udo Pastörs, sowie dessen Begleiter haben ein Nachspiel. "Wir ermitteln wegen des Verdachts der Körperverletzung gegen unbekannt", sagte am Montag Polizeisprecherin Dörte Lembke gegenüber unserer Redaktion. Anzeige hat die Polizei von Amts wegen selbst gestellt.
Dagegen hat der Vorstand von Hansa Rostock, Bernd Hofmann, die Fans verteidigt. "Das ist ein positives Zeichen, unsere Anhänger lassen sich nicht politisch instrumentalisieren und wehren sich gegen die politische Einflussnahme der rechtsextremen NPD", sagte Hofmann gegenüber unserer Redaktion. "Hansa ist nicht braun, anders als oft fälschlich dargestellt."
Was war geschehen? Etwa 150 Hansa-Fans hatten am Sonntag vor dem Drittliga-Spiel gegen TuS Koblenz Pastörs und 15 seiner Begleiter den Zugang zur Südtribüne des Stadions verwehrt. Augenzeugen berichteten gegenüber unserer Redaktion: "Pastörs wurde auf der Treppe von einigen Fans erkannt, die sich ihm in den Weg stellten." Danach habe sich die Nachricht wie ein Lauffeuer auf der Südtribüne herumgesprochen. Rufe wie "Nazis raus" seien laut geworden.
Immer mehr Menschen hätten den NPD-Leuten den Zugang versperrt. Dabei sei es vermutlich in zwei Fällen auch zu Handgreiflichkeiten gekommen, bestätigte Polizeisprecherin Lembke. Ordnungskräften und Polizei gelang es, die Gruppen zu trennen. Dem NPD-Fraktionschef sei vom Veranstalter angeboten worden, von einem anderen Bereich des Stadions aus das Spiel zu verfolgen. Nach kurzer Beratung habe sich Pastörs allerdings entschieden, die Spielstätte endgültig zu verlassen.
Eine Stellungnahme war gestern vom NPD-Politiker dazu nicht zu bekommen. "Herr Pastörs befindet sich im Ausland und ist nicht erreichbar", ließ Fraktionssprecher Peter Marx wissen.
Auch Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) meldete sich gzu dem Zwischenfall zu Wort und unterstützte die Fans. "Das sind klare Bekenntnisse zum Sport. Leute, die radikalisieren, haben da nichts zu suchen", so der Oberbürgermeister.
Nordkurier
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