|
18.07.2003
Bundeswehr warnt "Bombodrom"-Gegner - Aktionen auf Übungsplatz werden geahndet
Wittstock/Mirow (dpa) Die Bundeswehr hat Gegner des geplanten Bundeswehr-Übungsplatzes bei Wittstock davor gewarnt, den Platz zu betreten. "Das sollte im Interesse eigener Sicherheit unterbleiben", sagte der amtierende Kommandant, Uwe Höntzsch, am gestrigen Donnerstag . Er reagierte damit auf Aufrufe der PDS und anderer Aktionsgruppen zu "zivilem Ungehorsam" und auf geplante Aktionen auf dem 12 000 Hektar großen Militärgelände.
Das Gelände nördlich Berlins sei "militärischer Sicherheitsbereich" und werde von einem Wachschutz gesichert, sagte Höntzsch. Teile des Platzes gelten als stark munitionsverseucht. Man werde "situationsbedingt handeln", sagte Höntzsch weiter, ohne Einzelheiten zu nennen. Eine Gruppe von "Aktivisten" aus dem ganzen Bundesgebiet hatte angekündigt, vom 25. Juli an Aktionstage unter dem Motto "resist now" bei Wittstock abzuhalten.
Unterdessen haben "Bombodrom"-Gegner für diesen Samstag - erstmals seit der Entscheidung des Bundesverteidigungsministeriums für die militärische Nutzung des Areals - im mecklenburgischen Mirow zu einem Protestmarsch durch die Innenstadt aufgerufen.
Die Tourismusbranche in Südmecklenburg und Nordbrandenburg befürchtet starke Lärmbelastungen und damit verbunden geschäftliche Einbußen. Geplant sind 1700 Flugeinsätze pro Jahr. Bürgerinitiativen, Anlieger und die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern wollen wegen der Entscheidung des Verteidigungsministeriums klagen.
Schweriner Volkszeitung
|