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Junge Leute warfen eine Menge rechter Fragen auf
26.07.2010
von Simone Herbst
WÖBBELIN - Rechts oder nicht? - darum drehte sich das regionale Workcamp, zu dem die AG Junge GenossInnen Schwerin interessierte junge Leute auf neun Tage nach Wöbbelin eingeladen hatte. Hintergrund sind rechtsextreme Tendenzen in Mecklenburg-Vorpommern, die die Arbeitsgemeinschaft nicht erst seit dem Einzug der NPD in den Landtag beobachtet. Vielmehr würden NPD und rechte "Kameradschaften" mittlerweile mit neuem Selbstbewusstsein auftreten, würden versuchen, mit neuen Strategien den Kampf um die Köpfe in die Mitte der Gesellschaft zu verlagern.
Das Workcamp, das in Zusammenarbeit mit den Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin organisiert worden war, ging dementsprechend weit über die üblichen Schul-Definitionen hinaus. Da wurden viele Fragen gestellt. Und beantwortet. Etwa: Wie baut die "Rechte" ihr Weltbild auf?, Wie steht sie zu "Links"?, Was ist "rechts", was "national"? oder Was macht die "Rechte" für viele so attraktiv?
Trocken war das Workcamp nicht. Nicht nur, weil die verschiedensten Pflegearbeiten auf dem KZ-Gelände gemacht wurden und es zwischendurch reichlich Freizeiten gab. Blanke Theorie wurde praktisch - durch Referenten wie Marcus Barwitzki und "Der Kampf um die Laterne". Oder Christian Waclawczyk, der seit vielen Jahren schon als vielseitiger Argumentationstrainer in Weiterbildungsveranstaltungen wie der in Wöbbelin vertreten ist. Musik war diesmal sein Steckenpferd. Rechte Musik. Die reicht, weiß er, von Volksliedern wie "Hoch auf dem gelben Wagen" über Deutschrock der Ärzte oder Grönemeyer, linke Musik bis hin zu Techno Beat. Auf die gecoverten Noten werden Texte aus der rechten Feder gelegt. Für alle Generationen das Passende, sagt Referent Waclawczyk, so richtig schön zum Mitschunkeln.
Die neun Tage Workcamp in Wöbbelin, bei denen es auch Zeitzeugengespräche gab, Audio- und Videomaterial dieser Gespräche digitalisiert wurden, gingen gestern zu Ende. Frank (26) und Anni (22) waren dabei. Beide gehören zu den Jungen GenossInnen Schwerin und halten es mehr denn je für wichtig, dass man die ideologischen Grundmuster und die Profile der Rechtsextremen und ihrer Parteien, ihre Ziele und die von ihnen ausgehenden Gefahren kennt. Ebenso, dass vor allem in Vereinen und anderen Organisationen Ehrenamtler die rechten Aktionen und Methoden durchschauen. Das sei wichtig, um einer schleichenden Vereinnahmung entgegenwirken zu können und Ressentiments, Vorurteilen und Halbwissen von rechts argumentativ zu begegnen, sagt Frank.
Schweriner Volkszeitung-Ludwigslust
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