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Randale nach Fußballspiel beschäftigt Groß-Laasch

24.07.2010

von Uwe Köhnke

GROSS LAASCH - Eklat bei der Mitgliederversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Groß Laasch in dieser Woche: Bürgermeister Markus Lau verliest einen einstimmigen Gemeindevertretungsbeschluss zur Suspendierung von zwei unter Prügelverdacht stehenden Kameraden und sieht sich plötzlich einer ablehnenden Front der anwesenden Gemeindevertreter gegenüber. Dabei sollten die beiden Kameraden nicht vorverurteilt, sondern lediglich bis zum Abschluss der polizeilichen Ermittlungen vom Dienst beurlaubt werden.

Hintergrund sind Prügelszenen nach dem Relegationsspiel zum Aufstieg in die Landesklasse am 19. Juni in Dabel, wegen denen die Polizei auch gegen Groß-Laascher ermittelt. Der Frust war groß an diesem Tag bei den etwa 50 mitgereisten Fans des SV 04 Groß Laasch. Das Hinspiel auf eigenem Platz hatte 2:2 geendet, in Dabel kamen die Laascher über ein 0:0 nicht hinaus. Dabel steigt also wegen der Auswärtstore in die Landesklasse auf. Und das nach dieser Laascher Super-Saison mit 13 Punkten Vorsprung in der Tabelle! Etwa anderthalb Stunden nach dem Spiel eskaliert nach Schilderung von Beobachtern die Situation: Dabeler haben einen Laascher gestellt, der ein Tornetz angezündet hatte und drücken ihn zu Boden. Daraufhin eröffnen einige Laascher "Fans" laut Beobachtern eine regelrechte Hetzjagd auf Anhänger des sportlichen Gegners. Ausgeschlagene Zähne, Prellungen und Knochenbrüche sind die Folge. Was sich genau abgespielt hat, das ermittelt gegenwärtig das Kriminalkommissariat Parchim. Übrigens auch zu dem, was sich bei der Rückfahrt der Laascher Fans, die nicht nur aus der Gemeinde, sondern auch aus Neustadt-Glewe und Grabow kommen, an einer Parchimer Tankstelle abgespielt hat. Die Rede ist unter anderem von Diebstählen, die aber sämtlich auf Video dokumentiert sein sollen.

Rechtsradikale Parolen sind nicht bestätigt

Dass auch rechtsradikale Parolen geschrien worden sein sollen, ist nicht bestätigt. Der Spielbericht des Spiels, der bis 15 Minuten nach dem Abpfiff reicht, sagt nichts über derlei Rufe aus dem Publikum aus. Entgegen anderer Verlautbarungen ermittelt auch der Staatsschutz gegenwärtig nicht.

Dennoch hatte die Gemeindevertretung gute Gründe, einen Beurlaubungsbeschluss zu fassen. Dass es in Groß Laasch ein latent aggressives, rechtsradikales Potenzial gibt, pfeifen die Spatzen von den Dächern. Das ist auch bei den Fußballvereinen bekannt. Fest steht ebenfalls, dass im Zu sammenhang mit den Dabeler Ereignissen gegen zwei Mitglieder der Laascher Wehr ermittelt wird. Bürgermeister Markus Lau: "Sämtliche Kameraden sind nicht nur Aushängeschild der Wehr, sondern auch der Gemeinde. Solche Vorfälle kann man nicht tolerieren. Übrigens ging es nicht um einen Ausschluss, sondern nur die Beurlaubung bis zum Abschluss der Ermittlungen." Lau hat nach der Feuerwehr-Mitgliederversammlung mit dem Gedanken gespielt, von seinem Bürgermeisteramt zurückzutreten, sich dann aber vor dem Hintergrund der aktuellen Aufgaben um die Rekonstruktion des örtlichen Kulturhauses dagegen entschieden. Der Laascher Wehrführer Thomas Helbing sieht keinen Handlungsbedarf. "Dazu sag' ich nichts", so sein gestriger Kommentar. Dann aber doch noch: "Ich war nicht dabei, das ist alles nur Hörensagen. Wenn die Ermittlungen abgeschlossen sind, wird man Konsequenzen ziehen oder wie auch immer."

Ganz anders sieht das Kay Mörer, Betreuer der Laascher Fußballmannschaft. Er hat es satt, sich bei jedem Auswärtsspiel für die Laascher "Fans" rechtfertigen zu müssen. "Ich find' es empörend, was sich in Dabel abgespielt hat", unterstreicht er.

Er, der sich im Gästebuch der Internetseite des Laascher Sportvereins Schmähungen ausgesetzt sieht, hat inzwischen Angst um seine Familie. Dennoch bricht er eine Lanze für die Laascher Fußballer: "Das haben sie nicht verdient, haben eine Super-Saison gespielt, um den Aufstieg gekämpft und sind nur unglücklich unterlegen. Bei allem Frust: Soweit wie in Dabel darf es nicht kommen."

Schweriner Volkszeitung-Ludwigslust

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