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Anti-Hemingway-Kampagne

Rechtsextremisten machen gegen eine geplante Theateraufführung im Sommer auf Rügen mobil.

23.07.2010

Auf der Freilichtbühne "Kap Arkona" auf Rügen soll vom 30. Juli bis zum 10. August die Bühnenfassung Ernest Hemingways "Der alte Mann und das Meer" gespielt werden. Rechtsextreme Kreise, darunter die NPD-Frauenorganisation "Ring Nationaler Frauen" (RNF), die Internetseite "Freies Pommern" (Domaininhaber ist der NPD-Landtagsabgeordnete Tino Müller) und die antisemitischen "Unabhängigen Nachrichten" rufen zum Protest und "breiten Widerstand gegen das Schauspiel" auf. Dem Literaturnobelpreisträger Hemingway wird werfen sie vor, während des Zweiten Weltkriegs "Kriegsverbrechen gegen Deutsche" begangen zu haben. Um der Hetze gegen das Schauspiel Ausdruck zu verleihen, haben die rechtsextremen Protestler unter anderem die Kontaktdaten und Adressen des Regisseurs Jens Hasselmann und des Schauspielers Horst Janson öffentlich gemacht.

Zu dem Protest auf Rügen ruft auch die "Freie Bürgerstimme Baden" aus Karlsruhe auf. Deren Vorsitzender Herbert Rauter (Bad Herrenalb), hatte bereits im Jahr 2002 lautstark gegen die Hemingway-Woche im badischen Triberg protestiert. Die "Bürgerstimme" kämpft laut Eigenwerbung in der "Jungen Freiheit" "aktiv gegen Überfremdung, Globalisierung, Steuermissbrauch, Geschichtslügen ...". Die von Rauter verantwortete Flugschrift aus dem Jahr 2001 "Der große Volksbetrug. Millionen Einwanderer sollen deutschen Nachwuchs ersetzen" wurde im nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzbericht erwähnt. Unter der Postfachadresse der "Bürgerstimme" firmierte früher auch der "Freundeskreis Nord- und Mittelbaden der 'Deutschland-Bewegung'" von Alfred Mechtersheimer. (am)

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