|
|
|
Presse-Schau
|
|
worüber wird in den Medien geschrieben?
|
|
zurück zu den News
|
|
18.07.2003
Gegen Diskriminierung demonstrieren
Stadtmitte (OZ) "Akzeptanz statt Toleranz" fordern die Organisatoren des Christopher Street Days (CSD), der morgen erstmals mit einer Wagenparade in Rostock steigt. Mitorganisator Ronny Schmidt sagt: "Wir wissen, dass die Schwulen und Lesben sich in anderen Städten bei CSDs zeigen. In ihrer eigenen Stadt verstecken sie sich lieber." Dennoch hofft er nicht nur auf Homo- oder transsexuelle Besucher, sondern auch auf "viele andere".
Ziel des CSD sei es vor allem, mit der Parade gegen Diskriminierung politisch zu demonstrieren. Der Wagenkorso wird um 15 Uhr durch Thomas Hermanns und Senator Sebastian Schröder (SPD) auf dem Neuen Markt eröffnet. Bereits vormittags werden die Regenbogenflaggen am Rathaus gehisst. "Wir hätten uns mehr Unterstützung von den Unternehmen in der Innenstadt gewünscht", erklärt Schmidt. Nur wenige Firmen hätten mit der Miete einer Fahne geholfen. Dass die Stadtwerke an allen 16 Masten am Uni-Platz die Fahnen aufhängen, sei die riesige Ausnahme.
In der Leonhardstraße beginnt um 17 Uhr das Straßenfest mit Künstlern wie Fourpack, Benkadi, Donato Plögert und anderen. Auch ein Wettbewerb für Drag-Queens steht auf dem Programm. Wer dann noch Lust zum Tanzen hat, kann ab 23 Uhr den CSD bei der Party im Fantasia-Zelt ausklingen lassen.
JENNY KATZ
Ostseezeitung-Rostock
|
|
18.07.2003
Politik zählt beim Christopher Street Day - Thomas Hermanns kommt nach Rostock
Stadtmitte (OZ) Zum Christopher Street Day (CSD) hat sich auch ein Stargast angekündigt - Thomas Hermanns, studierter Theaterwissenschaftler und Multitalent der deutschen Unterhaltung. Den "Quatsch Comedy Club" gründete er 1992 in Hamburg, ProSieben strahlt die Show seit 1997 und den "Popclub" seit vergangenem Sommer aus. Hermanns gilt als Kernfigur der Stand-up-Comedy-Szene und bekennt sich seit langem zu seiner Homosexualität.
OSTSEE-ZEITUNG: Waren Sie schon einmal in Rostock?
Thomas Hermanns: Noch nicht direkt, nur in der Nähe. Die Fußgängerzone sehe ich morgen zum ersten Mal.
OZ: Wieso kommen Sie gerade zum CSD in der Hansestadt?
Hermanns: Ich mache seit ein paar Jahren diese Großstadt-CSDs nicht mehr mit. Das ist mir zuviel Karneval. Ich gehe nur noch dahin, wo das Politische noch eine Rolle spielt oder ich durch mein Erscheinen was ausrichten kann. Ich will nicht nur zwischen nackten Männern rumhüpfen nach dem Motto "Wir sind alle schwul, gut drauf und feiern hier 'ne lustige Party". In den kleinen Städten gibt es noch Diskussionsstoff und Kontroversen.
OZ: Was erwarten Sie?
Hermanns: Die Demo ist für mich das Wesentliche. Ich bin ja bei der Eröffnung dabei. Dass es eine Party danach gibt, ist nicht so wichtig. Ich komme nicht zum Feiern. Ich weiß ja nicht, wie viele Schwule und Lesben in Rostock leben und arbeiten, aber das will ich herausfinden.
OZ: Können die Besucher eine Comedy-Einlage von Ihnen erwarten?
Hermanns: Das werde ich ganz bestimmt nicht machen! Der Unterhaltungsfaktor beim CSD steigt meiner Meinung überproportional. Man sollte die Politik nicht aus dem Auge lassen. Ich rede gerne über die Lage von Lesben und Schwulen in kleineren Städten, auch über Ehe und Partnerschaft. Beim Showteil muss jemand anders ran.
OZ: Sie geben also auch Tipps?
Hermanns: Klar, dazu habe ich ja Meinungen - zu den politischen Gegebenheiten und verschiedenen Modellen.
OZ: Kommen Sie allein?
Hermanns: Nein, ich bringe Freunde mit, die auf dem Wagen mitfahren und auch am CSD in Rostock interessiert sind.
Interview: JENNY KATZ
Ostseezeitung-Rostock
|
|
diskutieren? auf ins Forum!
|
|