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Auf rechten Abwegen
Greifswalder Juraprofessor muss mit disziplinarrechtlichen Maßnahme rechnen - möglicherweise wird dem 50-Jährigen auch das Tragen von einschlägiger Szene-Kleidung untersagt.
22.07.2010
Dem Rechtswissenschaftler und Lehrstuhlinhaber für Bürgerliches Recht, Medizinrecht, Arbeitsrecht und Rechtsgeschichte an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Ralph Weber (Jg. 1960), droht eine disziplinarrechtliche Maßnahme. Nach Informationen der Tageszeitung "Nordkurier" haben sich Studierende der Greifswalder Universität in Briefen irritiert über vermeintlich rechtsextreme Aussagen des Jura-Professors Weber gezeigt.
So orakelte der gebürtige Badener im Juni gegenüber der "Ostsee-Zeitung" über die Gründung einer Partei nach Vorbild der rechtspopulistischen FPÖ. Gespräche soll er laut "Ostsee-Zeitung" mit dem NPD-Bundesvorsitzenden Udo Voigt und dem DVU-Chef Matthias Faust geführt haben. In der Juli-Ausgabe des extrem rechten Monatsmagazins "Zuerst" verkündete Weber, seit 1976 CDU-Mitglied, dass der Platz neben der CDU "ausgefüllt werden" wolle. Auf die Frage, ob er damit eine "bundesdeutsche FPÖ" meine, sagte Weber: "Es geht in die Richtung, wobei wir keinen Jörg Haider haben und brauchen."
"Ruf nach einer demokratischen Rechtspartei"
2008 hatte Weber in einem Interview mit der "Jungen Freiheit" ausgeführt, dass es "nur logisch" sei, dass "der Ruf nach einer demokratischen Rechtspartei immer lauter" werde. Die CDU, so der Christdemokrat, "kann nicht erwarten, dass sie diese Position räumt und sie dann einfach unbesetzt bleibt".
Im Jahr 2003 war Weber Unterzeichner des Appells "Kritische Solidarität mit Martin Hohmann". In diesem Jahr unterzeichnete Weber das "Manifest gegen den Linkstrend" der "Aktion Linkstrend stoppen", die sich scharf gegen den Merkel-Kurs in der CDU richtet.
Bekennender "Thor-Steinar"-Träger
Zwischenzeitlich soll auch die Hochschulabteilung des zuständigen Ministeriums den Universitätsdirektor Rainer Westermann aufgefordert haben, von dessem Hausrecht Gebrauch zu machen und das Tragen der einschlägigen Szene-Kleidung "Thor Steinar" zu untersagen. Der 50-jährige Professor Weber ist bekennender Thor Steinar-Träger. Zu dem Umstand, dass die Marke als Erkennungszeichen in rechtsextremen Kreisen gilt, erklärte er. "Es ist mir egal, wie andere das einordnen. Diesen Unfug mache ich nicht mit."
Passenderweise hat vor dem Landgericht Nürnberg am heutigen Mittwoch ein Prozess der Thor Steinar-Inhaberin Mediatex GmbH gegen die antifaschistische Kleidungsmarke "Storch Heinar" von "Endstation Rechts" wegen Verunglimpfung begonnen. Die Persiflage "Storch Heinar" auf die bräunliche Modemarke "Thor Steinar" darf aber mit hoher Wahrscheinlichkeit weiter verkauft werden, der Nürnberger Richter habe die Rücknahme der Klage empfohlen, berichtet unter anderem der "Tagesspiegel".
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