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17.07.2003
Verwaltung bereitet Bescheide für rechte Demos vor - Vize-Landrat Schönfelder: Viele Auflagen geplant
Von unserem Redaktionsmitglied Uwe Reißenweber
Ostvorpommern. Für die beiden von der rechten Szene in Wolgast und Peenemünde angemeldeten Demonstrationen gegen die Wehrmachtsausstellung sind jetzt die Anhörungen bei der Kreisverwaltung beendet worden. Man werde versuchen, die entsprechenden Bescheide mit allen zulässigen Auflagen zu versehen, sagte auf Nachfrage des UsedomKurier Vize-Landrat Armin Schönfelder (CDU): "Uns ist es lieber, alles Mögliche für die Ordnung und Sicherheit zu unternehmen, als zu lax vorzugehen." Zu den Details wollte er sich aus Präventionsgründen nicht äußern.
Streit vor Gericht absehbar
Der Bescheid für die Wolgaster Demo am 26. Juli soll noch diese Woche ergehen, der für den Aufmarsch in Peenemünde am 2. August zu einem späteren Zeitpunkt, da im Landratsamt noch gründlich geprüft werden soll, so Schönfelder. Bei der Anhörung im Landratsamt am Dienstag hätten die Anmelder angekündigt, eventuell gerichtlich gegen Auflagen vorzugehen. Zugegen seien dabei der bundesweit als Neonazi bekannte Christian Worch als erster Veranstalter, der der norddeutschen Szene zugerechnete Lars Jacobs als zweiter Veranstalter und eine rechte Führungsfigur aus der Region gewesen, teilte Schönfelder mit.
"Anfangs handelte es sich um ein sehr sachliches Gespräch, das dann durch eine ungemeine Überheblichkeit belastet wurde", beschrieb der Dezernet die Atmosphäre. Worch habe versucht, ideologische und rechtliche Vorträge zu halten. "Wir müssen uns das aber nicht anhören. Schon gar nicht von einem vorbestraften Notariatsgehilfen", sagte der Vize-Landrat und ausgebildete Jurist.
Wie berichtet, will die rechte Szene gegen die Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht - Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941-1944", die vom 25. Juli bis zum 7. September auf dem Gelände des Historisch-Technischen Informationszentrums Peenemünde gezeigt wird, demonstrieren. Dabei zeigen sich die unterschiedlichen Szene-Kreise heillos zerstritten, da sie sich offenbar nicht einigen können, zu welchem Zeitpunkt und an welchem Ort ihre Aufmärsche über die Bühne gehen sollen. Mittlerweile wurde nach Recherchen des UsedomKurier auch bekannt, dass gegen Jacobs ein Strafbefehl wegen Volksverhetzung ergangen ist, gegen den er allerdings Einspruch erhoben hat.
Nordkurier-Usedom
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