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08.08.2002
Beachparty durch Schlägerei gestört


Täter kommen offenbar aus rechter Szene - Vier junge Männer erleiden Prellungen und blaue Flecken

Ueckermünde (fz). Viele Jugendliche freuten sich am vergangenen Wochenende auf das Ueckermünder Beachfest. Aber wie schon oft endete auch diese Veranstaltung in einer Auseinandersetzung zwischen der rechten Szene und anderen Jugendlichen.
Wie eine Augenzeugin (Name der Redaktion bekannt) berichtete, begannen zwei in der jugendlichen Szene als rechtsgerichtet bekannte junge Männer während die Fete auf dem Höhepunkt war, zwei andere Jugendliche anzupöbeln. "Nachdem Freunde beider Seiten die Streithähne wieder beruhigen konnten, versuchten einige, heraus zu finden worum es eigentlich ging", berichtet sie. "Er ist ein Verräter! Und so einer gehörte mal zu uns", sei die Antwort der Angreifer gewesen. "Da sich die Beiden danach ein wenig beruhigt hatten, dachten wir, dass sich die Sache erledigt hätte, auch weil sich die Opfer von der Party ein wenig zurückgezogen hatten", erzählt die Augenzeugin. Aber nachdem die Musik verklungen und die Strandfeier beendet war, seien die immer noch aggressiven rechten Jugendlichen noch einmal auf einen der "Verräter" zugekommen. Laut Augenzeugin begann die Schlägerei danach von Neuem. Der Angreifer habe versucht, das Opfer immer wieder anzuspringen und zu würgen. "Und die 15 bis 20 Rechten standen daneben und lachten".

Polizei nicht informiert

Ein Freund des Geschädigten wollte die Angreifer beruhigen, sagt sie, doch wurde auch er von einem der jungen Männer zusammengetreten. Den Kumpeln der beiden sei es offenbar sehr schwer gefallen, ruhig zu bleiben. "Vor allem, da sie die aussichtslose Situation erkannten und ihnen bewusst wurde, dass sie ihren Freunden nicht helfen konnten, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen." Am Ende verließen vier junge Männer mit Prellungen und blauen Flecken das Fest, schilderte uns die Augenzeugin.
Die herbei gerufene Polizei habe versucht, von den Jugendlichen Angaben zum Vorfall und zu den Tätern zu erhalten, jedoch ohne Erfolg. "Die Anwesenden hatten Angst vor Rache", vermutet das Mädchen. "Aber die Befragten wollten wissen, warum keine Polizisten den ganzen Abend vor Ort waren." Die Beamtin habe gesagt, dass an diesem Wochenende überall etwas los sei und nicht so viele Einsatzkräfte zur Verfügung stehen.
Klaus Adler vom Polizeirevier Ueckermünde meint auf eine Nachfrage des Nordkuriers: "Übers Ordnungsamt bekamen wir keine Informationen über ein Strandfest, deshalb waren keine Beamten ständig vor Ort. Der Veranstalter dachte wohl, dass er alles alleine regeln könnte."
Der Pressesprecher der Anklamer Polizei Axel Falkenberg warnte aber, die Auseinandersetzung unter dem Gesichtspunkt "Angriff von Rechts" abzuhaken. "Der große Alkoholkonsum führt oft dazu, dass einige Jugendliche meinen, sie müssten ihre Kräfte unter Beweis stellen. Und nur weil vielleicht rechtsgekleidete Jugendliche dabei sind, sollte man keine voreiligen Schlüsse ziehen, da vor allem die rechten Übergriffe in der letzten Zeit zurückgegangen sind. In den Sommermonaten kommt es einfach häufiger zu normalen Schlägereien."

Nordkurier-Ueckermünde

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