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07.08.2002
Asylbewerber: Mann aus Irak soll ans Haff - Landratsamt: Sachverhalt wird zurzeit geprüft

Ueckermünde (ls). Mehr als 30 Unterschriften trägt ein Protestschreiben, das Asylbewerber aus der Gemeinschaftsunterkunft in Bellin bei der Redaktion der Haff-Zeitung abgegeben haben. Grund für den Protest ist eine Zuweisungsentscheidung, die dazu geführt hat, dass der Iraker Riyad Nafaa Mohamed von Bellin in ein Heim bei Güstrow "umverteilt" worden ist.
Nach Ansicht der Asylbewerber sei es zu dieser Umsiedlung gekommen, weil der Iraker bei den kürzlichen Unruhen in der Gemeinschaftsunterkunft (Nordkurier berichtete) als einer der "Rädelsführer" angesehen wurde. Dies sei nicht so, versicherten die Asylbewerber, die das Protestschreiben überbrachten. Mohamed sei, vermutlich auch wegen zweier Schocks - seine Frau habe sich von ihm scheiden lassen, sein Bruder ist im Irak verstorben - psychisch erkrankt. Diese Krankheit könne gefährliche Folgen haben, wenn der Mann in Güstrow verbleibt, glauben die Asylbewerber und fordern dass der Mann wieder zurück nach Bellin kommt, wo der Iraker "seine Familie habe", seine Freunde, die sich um ihn kümmern.
Die Entscheidung, den Asylbewerber nach Güstrow zu verlegen, sei von der Ausländerbehörde des Landkreises Uecker-Randow getroffen worden. Dazu liege "ein rechtsmittelfähiger Bescheid vor", informiert Landratsamts-Pressesprecher Achim Froitzheim. Der Schritt sei notwendig gewesen, "um in der Gemeinschaftsunterkunft Bellin Ruhe, Ordnung und Sicherheit wahren zu können", erklärte der Pressesprecher.
Eine Unterschriftenliste der Asylbewerber liegt auch im Landratsamt vor. Gegenwärtig werde der Sachverhalt geprüft, sagte Achim Froitzheim. Danach gibt es eine abschließende Entscheidung.

Nordkurier-Ueckermünde

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