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Die Gruppe der Acht und die Bewegung der Bewegungen
Was ist das G8-Gipfeltreffen und was haben die regelmäßigen Proteste zu bedeuten?
07.11.2005
Bunte Fahnen flattern, Lieder werden gesungen, Krawalle angezettelt. Die globalisierungskritische Bewegung ist vielfältig: Regelmäßig demonstrieren Anarchisten zusammen mit Kommunisten, Autonome zusammen mit kirchlichen Gruppen gegen Treffen der G8-Staaten, des Internationalen Währungsfonds oder der Weltbank. Seit den ersten großen Protesten 1999 in Seattle können diese nur noch abgeschirmt von der Öffentlichkeit und unter strengem Polizeischutz stattfinden.
Im Sommer 2007 wird das beschauliche Mecklenburg-Vorpommern im Rampenlicht des internationalen Interesses stehen. In Heiligendamm nahe Rostock wird die Gruppe der Acht (G8), der sieben führenden Industrienationen und Russland, zu ihrem jährlichen Treffen zusammenkommen.
Erstmals treffen sich die Staats- und Regierungschefs der USA, Japans, Großbritanniens, Frankreich, Italiens und Deutschlands im Jahr 1975, um über Finanz- und Währungsfragen zu diskutieren. Zu den Zusammenkünften, bei denen inzwischen wesentliche Absprachen der internationalen Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Staaten getroffen werden, kamen später Kanada und Russland hinzu. Da die Treffen informell sind, gilt die Gruppe der Acht nicht als internationale Organisation.
Die bekanntesten Proteste gegen ein G8-Gipfeltreffen fanden im Jahr 2001 in Italien statt. Dreihunderttausend Menschen aus aller Welt demonstrierten in Genua unter dem Slogan "Eine andere Welt ist möglich". Bei den Ausschreitungen wurde auch ein Demonstrant von Polizisten getötet und eine Unterkunft von Globalisierungskritiker/innen brutal geräumt. Verhaftete wurden unter faschistischen Parolen misshandelt.
Während sich der Hintergrund und die politischen Forderungen der verschiedensten protestierenden Gruppen unterscheiden, ist ihnen doch allen gemein, dass sie dem G8-Gipfel, der mittels seiner Absprachen die Weltpolitik wesentlich beeinflusst, die Legitimation absprechen. Die Regierungschefs gelten in der Kritik als "Führer der Welt" und ihre Entscheidungen würden "für den größten Teil der Menschen Unterdrückung, Ausbeutung und Krieg" bedeuten. "Wir wollen keinen Koloss, der uns sagt, wie wir zu leben haben", heißt es von den Gegner/innen, "nicht für uns und nicht für Menschen, die noch viel brutaler davon betroffen sind."
Über die Ablehnung des Gipfels hinaus jedoch herrscht Uneinigkeit. Während linksradikale Gruppen mit schwarzen oder roten Fahnen gegen den Kapitalismus zu Felde ziehen, besinnen sich Organisationen wie attac auf den starken Staat zurück oder fordert die Friedensbewegung einfach mehr Moral in der Politik - mehr als das Feindbild teilt man nicht. Eine Zusammenarbeit in der "Bewegung der Bewegungen" ist schwierig.
Doch trotzdem: Die bunten Fahnen werden flattern, Lieder gesungen und Krawalle angezettelt werden. Ein riesiges Spektakel erwartet im Jahr 2007 das beschauliche Mecklenburg-Vorpommern.
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