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"Der erste Schritt zur Verantwortung ist die Erinnerung"

Die Antifaschistische Aktion Greifswald ruft zum Gedenken an den Tod des Obdachlosen Klaus-Dieter Gerecke durch Neonazis vor acht Jahren auf.

23.06.2008

Eine Pressemitteilung der Antifaschistischen Aktion Greifswald von gestern.

"Da ist der Assi, klatsch ihn tot!" Mit diesen Worten einer 18-Jährigen begann für Klaus-Dieter Gerecke, einem Greifswalder Obdachlosen in einer Juninacht 2000 ein qualvolles Martyrium. Drei Jugendliche im Alter von 18 bis 20 Jahren traten so lange auf den 47- Jährigen ein, bis er schließlich aufgrund massiver Schädel-, Gesichts- und Rippenverletzungen verblutete. Am kommenden Dienstag, dem 24. Juni jährt sich zum nunmehr achten Mal der Todestag von Klaus-Dieter Gerecke.

Am Ort des brutalen Mordes in der Gützkower Straße erinnert eine Gedenkplatte an den Verstorbenen. "Zum Ge- und Nachdenken" ist darauf geschrieben. Kurz nach dem qualvollen Tod des Greifswalder Obdachlosen versammelten sich hier 300 Menschen zu einer Gedenkfeier, knapp zwei Wochen später nahmen 1000 BürgerInnen an einem Schweigemarsch teil. "Heute finden sich jedoch nur noch selten Blumen am Gedenkstein", stellt Sebastian Schmidt, Pressesprecher der Antifaschistischen Aktion Greifswald fest. "Ähnlich wie bei dem gewaltsamen Tod von Eckard Rütz hat man den Eindruck, dass der rechtextrem motivierte Mord an Klaus-Dieter Gereckes von vielen schnell vergessen wurde."

Deshalb ruft die Antifaschistische Aktion Greifswald alle Bürgerinnen und Bürger auf, sich aktiv am Gedenken an die Opfer neonazistischer Gewalt zu beteiligen. "Wir alle tragen die Verantwortung dafür, dass sich solche rechten Gewalttaten in Greifswald und anderswo nicht wiederholen können", meint Sebastian Schmidt. "Der erste Schritt, dieser Verantwortung gerecht zu werden, ist die Erinnerung an die Opfer wach zu halten."

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