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"Räucher-Ware, geistige Heiler und esoterischer Antisemitismus"

Esoterik-Messe wirbt in Rostock für Okkultismus und rechte Verschwörungstheorien

26.04.2008

Eine Pressemitteilung der Antifa A3 Rostock von heute.

Zum wiederholten Mal werden auf den 'Esoterik und Naturheiltagen', die vom 25. bis 27. April in den Räumen der Rostocker DKB-Arena Halt machen, Publikationen rechtsextremen Inhalts zum Kauf angeboten. Die Antifa A3 Rostock hatte bereits im Vorjahr auf die Schnittmengen zwischen Esoterik und Rechtsextremismus hingewiesen und die 'Veranstaltungsagentur Häse' zum Handeln aufgefordert.

Unter den rund 60 Ausstellern, die sich mehrheitlich die Ängste und Verzweiflungen vieler Messe-Besucher zu Eigen machen und ihnen mit absurden Heilversprechen das Geld entlocken, bietet die "Artha Versandbuchhandlung" aus Oy-Mittelberg diverse Publikationen ausgewiesener Verschwörungstheoretiker und Geschichtsrevisionisten zum Kauf an. So werden dort unter anderem Bücher von Trutz Hardo, Stefan Erdmann und Jan Udo Holey (Jan van Helsing) vertrieben. Über den aktuellen Versand-Katalag werden u.a. auch Veröffentlichungen von Helena Blavatsky, Charles W. Leadbeater, Des Griffin und Thorwald Dethlefsen angepriesen, die sich in der Vergangenheit ebenfalls durch rassistische und antisemitische Thesen exponierten.

In Trutz Hardos "Karma - Handbuch" heißt es sinngemäß, Opfer sexueller Vergewaltigungen hätten sich diese selbst zuzuschreiben, wären sie doch in einem früheren Leben selbst Vergewaltiger gewesen. Seine kruden Ansichten über karmische Reinigung, die er in seiner 1996 veröffentlichten Hetzschrift "Jedem das Seine" offenbarte, brachten dem "braunen Esoteriker" eine Verurteilung wegen Volksverhetzung, Beleidigung und Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener ein. Das Buch, indem er den Holocaust - als Wunsch der Juden zur Befreiung von eigener Schuld - verharmlost, ist seit 1998 in Deutschland verboten. Besonders brisant sind auch die Publikationen von Stefan Erdmann. Sein Zweiteiler "Banken, Brot und Bomben", verlegt in Holeys "Ama Deus Verlag", durfte wegen strafbarer Inhalte nicht in der Originalfassung veröffentlicht werden. Angebliche Pläne über die Errichtung einer "Neuen Weltordung" versucht er darin mit Verweis auf die gefälschten "Protokolle der Weisen von Zion" nachzuweisen. So heißt es zum Beispiel im zweiten Band: "Die Protokolle, die Hauptthesen, wenn man so will, wurden bereits zu großen Teilen umgesetzt - das ist unzweifelhaft!" Dem seit 1900 verbreiteten antisemitischen Pamphlet bedient sich auch der Holocaust-Leugner Jan Udo Holey, um eine jüdische Weltverschwörung zu belegen. In seinem zweibändigen, indizierten Werk "Geheimgesellschaften" gibt Holey den Juden die Schuld am Zweiten Weltkrieg, fabuliert von durch den israelischen Geheimdienst gesteuerten Neonazis und glaubt, Helmut Kohl verschleiere seine jüdische Identität.

"Der durchschlagende Erfolg dieser Bücher zeigt, wie empfänglich Anhänger der Esoterik-Szene für antisemitische Verschwörungstheorien sind", so Pressesprecher Lukas Strübl. "Esoterik wird häufig verharmlost und als Hokuspokus oder Privatsache abgetan", meint Caroline Jürgens von der Antifa A3 weiter, "dabei ist unumstritten, dass esoterisch-rassistische Publikationen schon im Nationalsozialismus Hochkonjunktur hatten und die Rassenideologie maßgeblich beeinflussten. Neuauflagen rassistischer und antisemitischer Pamphlete, die unter dem Deckmantel der Esoterik breiten Bevölkerungsschichten zugänglich gemacht werden, müssen daher besonders beobachtet und entschieden zurückgewiesen werden."

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