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"Deutsche Täter doch Opfer"

Bei einer Veranstaltung anläßlich der Bombardierung Wismars im Zweiten Weltkrieg wurde der Antifa Wismar heute klar gemacht, dass das mit dem Kriegsbeginn und den deutschen Verbrechen doch alles anders war als bisher gedacht

14.04.2008

Eine Pressemitteilung der Antifa Wismar von heute.

Am 14. April 2008 fand in der St. Georgen-Kirche zu Wismar die "Gedenkveranstaltung zur Zerstörung des Gotischen Viertels" vor 63 Jahren statt. Wir nahmen an: "Heute wird einmal mehr den deutschen Tätern gedacht." Aber dann wurden uns die Augen geöffnet: Deutsche Täter sind doch Opfer!

Fälschlicherweise gingen wir bis zum ersten Redebeitrag von einem deutschen Angriffskrieg aus, durften aber heute lernen, dass der Zweite Weltkrieg in gegenseitigem Einverständnis eröffnet wurde. Nun war es für uns auch verständlich, dass ein junger, bekennender Rechtspopulist (an diesem Nachmittag in Begleitung von Jan Paulenz, ehemaliger Vorsitzender der Jungen Union Nordwestmecklenburg und mehrmaliger Teilnehmer an NPD-Veranstaltungen) Brechts Gedicht "Rückkehr" rezitieren durfte. Ob Tom Brüggert (Vorstandsmitglied der Jungen Union Nordwestmecklenburg) - welcher heute einmal nicht in "Thor Steinar"-Jacke erschien - z. B. auch Brechts Gedicht "Bücherverbrennung" ein Begriff ist, wissen wir nicht. Dafür wissen wir nun dank Frau Dr. Mildner aber, dass sich nicht wie bisher fälschlich von uns angenommen der Faschismus, sondern lediglich die Nacht von vor 63 Jahren nicht wiederholen darf. Aus diesem Grunde bitten wir die Alliierten darum, in einem Wiederholungsfalle doch davon abzusehen, derart bauliche Schäden an dem Kulturgut unschuldiger deutscher Täter zu hinterlassen.

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